Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

16. Mai 2012

TuS Adelhausen rüstet weiter auf

Ringer-Erstligist verpflichtet früheren Welt- und Europameister Georgi Ketoev aus Russland / Fix-Brüder verlassen wohl den Verein.

  1. Ringt demnächst für den TuS Adelhausen: der russische Ex-Welt- und Europameister Georgi Ketoev (links). Dagegen wird Manuel Fix (rechts) den Verein wohl verlassen. Foto: AFP/Schön

  2. Foto: schön

RINGEN. Ein halbes Jahrhundert wird der TuS Adelhausen 2012 alt. Da denkt manch einer im Berufsleben bereits an den Vorruhestand. Auf dem Dinkelberg kann davon keine Rede sein. Im Gegenteil. Der Turn- und Sportverein zeigt sich überaus vital, vor allem die Ringerabteilung, und rüstet zum Jubiläum mächtig auf. Jetzt bestätigte der Erstbundesligist den Zugang des russischen Ex-Weltmeisters Georgi Ketoev. Allerdings verlassen den Klub wohl auch zwei weitere deutsche Athleten – die Brüder Andreas und Manuel Fix.

Die beiden früheren Altenheimer zieht es möglicherweise zum Regionalligisten ASV Urloffen, für den bereits ihr jüngerer Bruder Gabriel Fix, DM-Dritter dieses Jahres bei den Aktiven im Greco-Halbschwergewicht hinter Oliver Hassler von der RG Hausen-Zell, auf der Matte steht. "Noch habe ich keine Abmeldung vorliegen", versichert Mike Hofmann. Doch deuten alle Zeichen offenbar auf Trennung. Allerdings verhehlt der sportliche Leiter auch nicht, dass man sich mit den beiden Ortenauern nicht über eine Weiterverpflichtung einigen konnte. "Zu unterschiedlich waren die Vorstellungen."

Werbung


Zwar hätte Adelhausen den Kontrakt mit Andreas Fix "gerne verlängert", zumal nach dessen starken Rückrundenkämpfen in der vergangenen Saison in der Klasse bis 96 Kilogramm im griechisch-römischen Stil. Allerdings gibt es die Brüder Fix, die seit 2006 das TuS-Trikot tragen, lediglich als Doppelpack. Doch zeigten sich die Adelhauser Verantwortlichen mit den Leistungen von Manuel Fix nicht zufrieden. "Er hatte vor der WM seine Einsätze bekommen, verlor dann aber in Neuss, Endingen und Weingarten klar", erläutert Hofmann. Falls die Fix-Brüder den TuS verlassen sollten, "müssen wir auf 96 und 120 Kilo Greco sicher noch nachbessern". Das werde zwar schwer, aber bis zum Wechselschluss "sind ja noch zwei Wochen Zeit".

Erheblich nachgebessert haben die Adelhauser schon im freien Stil in der Klasse bis 96 Kilo durch Georgi Ketoev. Mehr als das. Denn der 26-jährige Russe, der im georgischen Tiflis geboren wurde, weist eine glanzvolle Erfolgsbilanz auf: Immerhin wurde er 2007 Weltmeister in Baku und 2008 Europameister in Tampere, wobei er übrigens jeweils den Ex-Adelhauser Arpad Ritter besiegte. Ein Jahr später gewann er EM-Silber in Vilnius sowie 2010 und 2011 jeweils den Golden Grand Prix des Weltringerverbandes. Bei den Olympischen Spielen in Peking 2008, wo Ketoev erstmals im Halbschwergewicht startete, ergatterte er die Bronzemedaille – mit einem Sieg gegen den deutschen Meister David Bichinashvili, dem er Sekunden vor Schluss noch die entscheidende Wertung abrang.

Die deutsche Bundesliga ist für Ketoev völliges Neuland. Denn bislang gehörte er zu den besten drei Athleten Russlands in seiner Gewichtsklasse. "Von denen darf niemand im Ausland ringen, die lässt der Verband nicht raus", betont Mike Hofmann. Doch bei Olympia in London wird der Weltringer des Jahres 2008 fehlen. Denn mittlerweile gibt es einige stärkere Russen, so dass Ketoev jetzt die Freigabe seines Verbandes erhielt. "Vergangene Woche sind endlich seine Papiere aus Russland gekommen", sagt Hofmann, der deshalb schon mehrere Wochen zuvor den Transfer des Weltklasseathleten nicht bestätigen wollte. "Er ist ein interessanter Mann", antwortete der TuS-Sportchef seinerzeit auf BZ-Anfrage.

Indes erklärt Hofmann auch, dass Freistilneuzugang Johannes Kessel in der Klasse bis 96 Kilo gesetzt ist. Ketoev sei lediglich als Backup gedacht, soll nur als Punktegarant eingesetzt werden, falls der TuS Adelhausen die Zwischenrunde erreicht. Hofmann: "Es sei denn, Kessel verletzt sich oder hat eine arge Formkrise."

Damit hat der TuS Adelhausen bislang acht neue Ringer verpflichtet. Neben Ketoev und Kessel sind dies noch die Deutschen Ilias Özdemir und Carsten Kopp, Tamas Loerincz (Ungarn), Radoslaw Marcinkiewicz (Polen), Ivo Angelov (Bulgarien) und Ivan Guidea (Rumänien). Ein oder zwei weitere Neuzugänge könnte es allerdings noch geben. Verlassen haben den Verein Istvan Vereb, vermutlich Szolt Berki (beide Ungarn), Tiziano Corriga (Italien), Viktor Reh und Alexander Heit. Unklar ist, ob der Georgier Giorgi Baliashvili bleibt, da der Pole Adam Blok wieder fit ist. Adrian Mazan wird wohl noch in der zweiten Mannschaft ringen.

Autor: Jochen Dippel