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14. Februar 2014

Bebauungsplan erneut beschlossen

Zweckverband Tourismus Ringsheim/Rust vergibt Aufträge für Fachgutachten für den vom Europa-Park geplanten Wasserpark .

RUST/RINGSHEIM. Für den zukünftigen Bebauungsplan Wasserpark im interkommunalen Gewerbegebiet Ringsheim/Rust ist der Beschluss in der Zweckverbandsversammlung am Mittwoch erneut gefasst worden. Beim ersten Beschluss am 11. November hatte ein Formfehler vorgelegen. Etwa 30 Zuhörer kamen am Mittwochabend mit gespannten Erwartungen in die Sitzung des Zweckverbandes Tourismus-Dienstleistungen-Freizeit (ZVT) Ringsheim/Rust, um Näheres über den Wasserpark des Europa-Parks zu erfahren. Pläne sahen sie auch diesmal nicht.

Der Wasserpark soll auf dem etwa 33 Hektar großen Sondergebiet östlich von Rust entstehen. Für die Fachgutachten Umweltbericht und Grünordnungsplan sowie für landschaftsökologische und artenschutzrechtliche Betrachtungen wurden in der vergangenen Sitzung Aufträge für insgesamt 85 000 Euro vergeben. Dafür sind im Wirtschaftsplan des ZVT 70 000 Euro eingestellt. Hinzu kommt eine Machbarkeitsstudie für die "Äußere Erschließung" für die Fachbereiche Verkehr sowie Ver- und Entsorgung (Wasser, Abwasser), die das Ingenieurbüro Zink für 293 000 Euro erstellt. Es wird von Erschließungskosten von 6,16 Millionen Euro ausgegangen.

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Die Erwartungen der Zuhörer am Mittwochabend konnte der Vorsitzende des Zweckverbandes, Ringsheims Bürgermeister Heinrich Dixa, nicht erfüllen. Es gebe zwar Planungsüberlegungen des Europa-Parks, diese würden jedoch vom Park noch unter Verschluss gehalten. Man werde aber in beiden Gemeinden Infoveranstaltungen anbieten, sobald die Öffentlichkeit hergestellt werden könne. Deutliche Kritik am Verfahren äußerte Benno Heizmann aus Ringsheim in der Frageviertelstunde. Die Fläche des Zweckverbandsgebiets sei vergrößert worden. Ringsheim habe bereits viel Geld investiert. Er erkenne für die Gemeinde keine Vorteile. Er bezweifelte auch die Ergiebigkeit der Trinkwasserversorgung.

Man habe das Gebiet nie vergrößert, widersprach Dixa, die Trinkwasserversorgung sah er indes bis 2030 als sichergestellt. Man sei in einem ganz normalen Bebauungsplan- sowie wasserrechtlichen Verfahren. Das Büro Zink werde nach wasserrechtlichen Lösungen suchen, so Dixa. Ein Ruster Bürger, der nicht genannt werden wollte, kritisierte die fehlende Öffentlichkeit im Verfahren. Es werde zu viel nichtöffentlich verhandelt, der Bürger werde im Unklaren gelassen. "Wir haben keinen Spielraum", entgegnete Dixa. In einer vorbereiteten schriftlichen Stellungnahme lehnte die Gemeinderätin Elke-Maria Ringwald als Vertreterin des ABFR im ZVT das Projekt grundsätzlich ab, besonders aus ökologischen Gründen. Der Wasserpark sei in Dimension und Ausführung am geplanten Standort falsch und beeinträchtige durch die Nähe zum Wohngebiet das Wohl der Bürger erheblich. Großflächige Versiegelungen hätten negativen Einfluss auf Natur, Umwelt und Klima. Ein Standort in Autobahnnähe bei Ringsheim sei die bessere Lösung. Der enorme Wasserbedarf wirke sich negativ auf die Grundwassersituation aus, so Ringwald. Folgerichtig versagte Ringwald in allen Teilen ihre Zustimmung und war damit alleine, denn alle Beschlüsse fanden den Zuspruch der übrigen Mitglieder.

Auf Grund der Dimension und zu erwarteten Frequentierung seien umfangreiche Maßnahmen nötig, erläuterte Bürgermeister Günter Gorecky. Neben der Verkehrserschließung gehe es um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und Ableitung des Abwassers. Diese Kosten würden vom Europa-Park getragen. Die Voruntersuchungen seien unabdingbar, das Projekt sei aber noch nicht gesichert. Beim Nachweis einer Feldhamsterkolonie sei das Projekt ohnehin tot, führte Gorecky als Beispiel an.

Autor: Adalbert Mutz