Medikamente sind Problem

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Sa, 01. September 2018

Ringsheim

Führung mit Johanners Fechner auf der Hausmülldeponie auf dem Ringsheimer Kahlenberg.

RINGSHEIM. Was passiert mit dem Hausmüll? Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner ließen sich sich rund 20 Personen auf der Hausmülldeponie auf dem Ringsheimer Kahlenberg informieren.

Die Müllvermeidung und -behandlung sei aktueller denn je, sagte Fechner bei der Begrüßung. Was so alles im Restmüll landet, zeigte bei der Führung Mitarbeiter Glen Tobiason in der Anlieferungshalle: Übungsgranaten, Kessel, Motorenteile, große Steine, ja sogar Motoren wurden über die graue Tonne entsorgt. Ein Problem seien Medikamente, die als Sondermüll gelten, aber oft in der Mülltonne landen. Die Inhaltsstoffe seien nicht zu filtern, was bei Fischen zu hormonellen Problemen führe, sagte Glen Tobiason.

Der Chemiker Georg Person, seit 2010 als stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallbehandlung Kahlenberg (ZAK), erläuterte, dass der 1971 zwischen dem Ortenaukreis und dem Kreis Emmendingen gegründete Zweckverband die früheren wilden Müllkippen in den Gemeinden ersetzte. Heute werden rund 100 000 Tonnen Hausmüll von rund 583 000 Einwohnern verarbeitet und in fünf Stufen bearbeitet. Bis 2005 wurden rund sechs Millionen Tonnen Hausmüll noch unbehandelt abgelagert, Geruchsbelästigungen sorgten im Ort damals für Unmut.

Das Naherholungsgebiet gehört zum Gesamtkonzept

"Mit dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ist dies nicht mehr möglich", betonte Person. Johannes Fechner lobte die Technologie, die weltweit inzwischen Beachtung finde. Mittlerweile wird sie laut Person nach Frankreich und China verkauft.

Die immer wieder geforderte Biotonne sei in den beiden Landkreisen noch nicht eingeführt worden, weil sie laut Person dem Betriebskonzept zuwiderlaufen würde. "Wir sind selbst an Lösungen dran und mit guten Gesprächen in ständigem Kontakt mit dem Ministerium."

Dass das Gelände und die Anlagen sehr sauber sind, sorgte für positives Erstaunen unter den Besuchern. Deponie und Naherholungsgebiet seien keine Widersprüche, sondern Teil des Gesamtkonzeptes. Tierpark, Orchideenwiesen und Bienenfresser haben sich auf den renaturierten Flächen der Deponie angesiedelt.

Der Zweckverband als Rechtsnachfolger der ehemaligen Erzbergbaugesellschaft ist auch für die Sicherung der kilometerlangen, unterirdischen Stollen verantwortlich. Bei einem Tagbruch würden Maßnahmen getroffen, sagte Georg Person. 80 Mitarbeiter, von ihnen 50 in den Anlagen, sind bei dem Zweckverband beschäftigt.

Weitere Informationen unter http://www.kahlenberg-ringsheim.de