Vereine leben beim Fest Gemeinschaft

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Mi, 22. August 2018

Ringsheim

Die Bilanz des 41. Ringsheimer Wein- und Gassenfests fällt sehr positiv aus.

RINGSHEIM. Sonne pur, aber eine Spur zu heiß – so könnte man den Verlauf des dreitägigen 41. Wein- und Gassenfests als Resümee festhalten, das am Samstag mit dem Fassanstich von Bürgermeister Pascal Weber und der Rämässerkönigin Sophia Person begonnen hatte (die BZ berichtete) und am Montagabend bei lauer Sommernacht zu Ende ging. Brütend heiß war es bei der Ferienquizverlosung auf dem Rathausplatz, von vielen Kindern herbeigesehnt, wo es Eintrittskarten für den Europa-Park zu gewinnen gab.

Nicht nur der Eisverkäufer auf dem Kirch- und Rathausplatz hatte über die Festtage alle Hände voll zu tun, alle Lauben waren während der Essenszeiten am Mittag und am Abend voll besetzt. Das Servicepersonal kam mächtig ins Schwitzen. Mit Einbruch der Dunkelheit spielte sich das Geschehen in der Hauptsache an den Getränkeständen ab. Die Musikgruppen hielten die Stimmung bei den Besuchern hoch. An zwei Tagen unterhielt abends die Cantina-Band unter der Leitung von Udo Goldschmidt die Gäste, zum Frühschoppen am Sonntagvormittag waren es die Feschdli-Bloser aus Grafenhausen, die mit einem unerschöpflichen Repertoire aus Marsch, Polka, Rock oder Pop alle Geschmäcker bedienten. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Skyline-Band mit der Ringsheimer Sängerin Sabrina Hog am Sonntagabend zuteil.

Um einschätzen zu können, was die vielen Mitglieder der beteiligten Vereine leisten, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Rund 20 Helferinnen und Helfer sorgten in der provisorischen Musikerküche dafür, dass schmackhafte Speisen auf den Tisch kamen. Rindfleisch mit Meerrettichsoße ist das traditionelle Gericht der Musiker. Für die richtige Schärfe der Soße ist dort seit zehn Jahren Kuno Kölble zuständig. Einst war er Musiker, heute ist er noch im Vorstand tätig. Etwa 50 bis 70 Liter Meerrettichsoße verfeinerte Kölbe die von der heimischen Metzgerei angelieferte Rohsoße während einer Schicht. Sie darf nicht zu scharf, aber auch nicht zu mild sein. In der Nase müsse die Soße kitzeln, wenn Tränen kommen, sei sie zu scharf, informiert der Fachmann. Am Abend habe er rund einen Liter Soße beim Abschmecken probiert.

Die Vereine helfen sich gegenseitig aus der Patsche

Der Begriff Vereinsgemeinschaft steht in Ringsheim nicht nur auf dem Papier, er wird von den Beteiligten gelebt, was sich gerade beim größten Fest des Jahres immer wieder zeigt. Wenn irgendwo ein Problem auftaucht, hilft man sich gegenseitig aus. So zum Beispiel, als bei der Albigny-Laube der Kühlschrank schlappmachte und einmal sogar der Strom ausfiel. Die Kollegen der Narrenzunft waren sogleich zur Stelle, brachten einen neuen Kühlschrank und legten später eine provisorische Stromleitung.

Gespannt warteten Kinder am Montagmittag auf die Verlosung aus dem Quiz des 22. Ringsheimer Ferienprogrammes, das mit der Nachtwanderung auf den Heuberg am 27. Juli begann und am 30. August mit dem Thema "Triff den Bürgermeister" zu Ende geht. Rathauschef Pascal Weber dankte allen Vereinen, Privatpersonen, Firmen und Unterstützern sowie seiner Mitarbeiterin Melanie Kaufmann, die an Gestaltung und der Verlosung beteiligt waren. Die Lose wurden von der Losfee Philipp Maurer von der Gemeindeverwaltung gezogen. Sechs Eintrittskarten des Europa-Parkes und Trostpreise wurden vergeben.

Alles muss sich zunächst einmal setzen. Dann wird die Verwaltung das Fest mit den Vereinen zusammen reflektieren und überlegen, ob für das 42. Wein- und Gassenfest Veränderungsbedarf besteht, wie der Bürgermeister im Vorfeld des Festes angekündigt hatte.