Jackson Browne

CD: FOLKROCK: Irgendwie ereignisarm

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Mi, 05. November 2014

Rock & Pop

66 Jahre ist Jackson Browne mittlerweile alt; jetzt hat er sich mit "Standing in the Breach" zu einem Alterswerk aufgerafft, fünf Jahre nach "Time the Conqueror". Browne ist einst mit David Crosby und Graham Nash um die Häuser gezogen, hat Hits für die Eagles und Linda Ronstadt geschrieben – und viele, viele für sich selbst. Er gilt als Stilikone des Westcoast-Sound und ist der Doyen des Country-Rock. Noch immer sind Brownes Songs perfekt arrangiert, seine Texte sind politisch motiviert und beschreiben eine so korrupte wie kaputte Welt - und doch ist alles irgendwie ereignisarm. Gediegen mäandert die Musik der mit dem Saitenvirtuosen Greg Leisz bestückten Band dahin, nur selten wird das Tempo forciert, durchbricht ein Break die Szenerie. Die Wut und Wucht seiner frühen Platten ist abhandengekommen. Die grandiosen Melodien dazu. Was schade ist, denn den zuweilen bissigen Worten hätten etwas raue Töne gut getan. Live, so dringt es aus den Staaten herüber, soll Browne aber durchaus noch am Volume-Regler drehen. Immerhin.

Jackson Browne: Standing in the Breach (Warner)