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16. Juli 2012
Die Zeit angehalten
SOMMERSOUND II: Sarah Connor in Schopfheim.
Welche Haarfarbe hat Sarah Connor? Noch vor wenigen Tagen ging es erneut durch die Medien, die Typveränderung der Connor: von der Blondine zur Brünetten. Im Fernsehen musste die World-Music-Award-Preisträgerin (2004) in Interviews Fragen beantworten, was sie dazu bewogen habe. Schließlich unterstellt man den Frauen, dass sie die Haarfarbe nur wechseln, wenn eine größere Veränderung im Leben ansteht. Doch bei Sarah Connor hat sich zumindest musikalisch nicht viel verändert, wie beim Sommersound-Festival am Samstag auf dem Marktplatz in Schopfheim festzustellen war. Zwar ist an die Stelle der Girlie-Sarah, die man vom Beginn ihrer Karriere kennt, eine gereifte Frau getreten. Doch eine musikalische Weiterentwicklung hat offenbar bisher nicht stattgefunden.
Mit "Lets Get Back To Bed Boy" groovte sich Connor 2001 in die Gehörgänge der Diskothekenbesucher und schaffte den nationalen und internationalen Durchbruch. Noch im selben Jahr legte sie mit "From Sarah With Love" eine Ballade nach und zeigte, dass sie sich auch in diesem Genre behaupten kann. Der Wechsel zwischen tanzbaren Liedern und solchen zum Kuscheln zog sich ebenso durch ihre Karriere wie durch das Konzert in Schopfheim. Abgesehen von der Haarfarbe scheint die Zeit für Sarah Connor aber stehengeblieben zu sein.
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Ihre Fans füttert sie deshalb mit Hits vergangener Tage. Was sonst, schließlich erschien 2010 mit "Real Love" ihr letztes Album, während zwischen 2001 und 2003 jährlich neue auf den Markt gebracht hatte. Offenbar ist der musikalische Kompass stehengeblieben, seit sie vor zwei Jahren Jurymitglied der Castingshow X-Factor wurde. Vielleicht werden deshalb in Schopfheim auch viele Coverversionen gespielt; "No Woman No Cry" von Bob Marley zum Beispiel oder "Bang Bang My Baby Shot Me Down" (Cher). Vielleicht ist es aber auch nur, um das Publikum mittleren Alters zu erfreuen. Tatsächlich spiegeln aber gerade diese Covers auch die Wandlungsfähigkeit der Sängerin wider. Stark ist Connor darin, musikalisch in viele Rollen zu schlüpfen, um diesen ihren Stempel aufzudrücken. Stark ist eigentlich auch die Stimme, doch um dieser überzeugend Ausdruck zu verleihen, fehlt es vor den rund 400 Zuschauern am eigenen, künstlerischen Profil.
Autor: Maja Tolsdorf



