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05. März 2012

Drei alte Hasen verströmen unverbrauchte Frische

Das Trio Richie Arndt, Timo Gross und Alex Conti bei der "Weiler Bluesnacht" im Kulturcafé des Weiler Kesselhauses.

  1. Alex Conti, Richie Arndt und Timo Gross (von links) spielten akustischen Blues und Folk. Foto: Thomas Loisl Mink

Wer Blues hört, muss nicht zwangsläufig den Blues haben. Bei den Besuchern im ausverkauften Kulturcafé im Kesselhaus in Weil-Friedlingen war das am Samstagabend jedenfalls nicht der Fall, war doch die Musik, die das Trio Richie Arndt, Timo Gross und Alex Conti spielte, ausgesprochen munter und mitreißend. Und nicht immer reiner Blues.

Die Konzertreihe "Weiler Bluesnacht", veranstaltet vom Kulturamt der Stadt in Zusammenarbeit mit Exbluesive, deren dritte Veranstaltung am Samstag stattfand, entwickelt sich zu einem Erfolg und erfreut sich erheblicher Resonanz. Ziel der Reihe ist es, die Vielfalt der Blues-Stilrichtungen in Live-Konzerten vorzustellen, wie Klaus Deuss betonte. In Richie Arndt, Timo Gross und Alex Conti war am Samstag eine ungewöhnliche Formation zu Gast: ein akustisches Gitarrentrio, das sich stilistisch zwischen Blues, Folk und Rock bewegt. Hier haben sich drei alte Hasen zusammengefunden, die jenseits ihrer jeweils eigenen Projekte in dieser Formation etwas Neues und Anderes machen wollen und das mit Erfolg tun. Immerhin haben die drei bereits zwei Alben veröffentlicht, und ihre Konzerte finden vor großem Publikum statt. Richie Arndt und Timo Gross haben ihre eigenen Bands, mit denen sie auf Tour gehen. Zu dem Akustik-Trio haben sie sich nun mit Alex Conti zusammengetan, der in 70er Jahren mit der Gruppe Lake international erfolgreich war, die er 2003 wiedergegründet hat.

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Alle drei spielen in ihren Band elektrische Gitarren. "Als ich angefangen habe zu spielen, war die akustische Gitarre der Feind", verriet Timo Gross. Doch inzwischen haben die drei entdeckt, dass man sich auf der akustischen Gitarre in anderer Weise ausdrücken und andere Formen von Musik machen kann. Und von dieser Chance machten die drei ausgiebig Gebrauch. Blues und Folk bilden die Hauptbestandteile ihrer Musik, die mal durch rockige Elemente oder sogar durch Bossa Nova angereichert wurde. Mit überzeugendem Gitarrenspiel und dreistimmigem Harmoniegesang verströmten die Musiker eine unverbrauchte Frische, und obwohl der Auftritt in Friedlingen den Abschluss der aktuellen Tournee des Trios bildete, kam ihr Auftritt so ursprünglich und authentisch rüber, dass man fast den Eindruck hatte, einem Sessionkonzert zuzuhören. Jeder präsentierte seine eigenen Songs, und in ihren Ansagen gewährten sie dem Publikum Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Songs.

Zugleich zeigte sich, dass sich da drei Musiker gefunden hatten, die auf derselben Wellenlänge liegen. Conti, Gross und Arndt bilden ein sehr homogenes Trio, das eine große stilistische Bandbreite abdeckt und dabei wunderbar harmoniert. In der intimen Atmosphäre des Kulturcafés war auch deutlich zu spüren, wie den Musikern ihr Auftritt Spaß machte. Das Publikum ließ sich von deren Spielfreude anstecken, klatschte mit und ließ sich sogar mal zum Mitsingen animieren, zumal einige Song auch durch schöne Melodien bestachen, die sie durchaus hitverdächtig machten. Ein hohes Maß an Energie und emotionaler Kraft ließ das Konzert zum Erlebnis werden, und bei den Zugaben kehrten die Drei von den Ausflügen zu Folk und Rock wieder zum waschechten Blues zurück.

Autor: tm