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02. Februar 2010 09:32 Uhr

Kurzkritik

Wie war’s bei... Asaf Avidan & The Mojos in Freiburg?

Ein halbes Jahr nach seinem Auftritt beim Zeltmusikfestival hat Asaf Avidan Freiburg erneut einen Besuch abgestattet – und wieder hinterließ der Israeli einen bleibenden Eindruck.

  1. Asaf Avidan (Archivbild). Foto: PR/Hammerl Kommunikatioin

  2. Asaf Avidan & The Mojos Foto: Hammerl Kommunikation

Der erste Eindruck: Eine Ausnahmeerscheinung auf dem Weg nach oben.

Die Musik: Asaf Avidan ist ein genialer Ekklektiker, dessen Inspirationen ein weites Feld abdecken. Bluesrock, Led Zeppelin, Lagerfeuer-Folk. Nicht alle Songs ragen heraus. Aber die Ausstrahlung von Avidan, die außergewöhnliche Stimme und der exaltierte machen auch aus Durchschnittlichem etwas Besonderes.

Setliste: Das Meiste vom Album "The Reckoning" und ein bisschen neues Material.

Bester Publikumskommentar: "War das so teuer, weil der aus Israel kommt?"

Augenschmaus: Das hingebungsvolle Spiel von Cellistin Hadas Kleinman. Schwarzes Midikleid, die Augen meist geschlossen, Mund leicht geöffnet – das gefällt auch Asaf, der gerne den Blickkontakt mit Hadas sucht, die das mit scheuem Lächeln beantwortet.

Bühnengebaren: Marschieren auf der Stelle, den dynamischen Ausfallschritt, den Flamingo mit angewinkeltem Bein und das x-beinige Rumpelstilzchen aus der großen Iggy Pop-Schule – Avidan hat viele Posen im Repertoire. Dazu trägt ein weißes T-Shirt und einem schwarzen Gilet und graue Jeans, die so eng anliegen wie die Strumpfhosen von Kevin Costner im Remake von "Robin Hood" – mit dem Unterschied, dass sich Avidan das mit seinen dünnen Beinchen leisten kann.

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Das Publikum: Die Menge im halbvollen Jazzhaus zeigt so viel badisches Temperament, dass Avidan am Ende des Konzerts einen Satz los lässt, wie ihn eine Shihatsu-Lehrerin aus der Wiehre nicht gefühliger hätte formulieren können: "Das nächste Mal, wenn wir vorbei kommen, müsst ihr euch uns gegenüber mehr öffnen."

Das schleichende Gift der Routine: Die Anekdote, wie es der Song "Weak" in Israel ins Mainstreamradio schaffte, erzählt Avidan wahrscheinlich seit seinem ersten Auftritt genauso wie in Freiburg.

Was neben der Musik in Erinnerung bleibt: Avidans tätowierte Mickey Mouse knapp überm Hintern.

Was wir gerne noch gewusst hätten:
  • Wo kauft Avidan Unterhosen mit Bündchen in Schwarz-Rot-Gilb? Und will er damit seine Verbundenheit mit dem deutschen Publikum zeigen?
  • Gehen Avidan am Hinterkopf die Haare aus, oder hat jemand beim Nachschneiden ein ziemliches Loch in seinem Irokesen hinterlassen?
  • Spielen eigentlich alle Jeans tragenden Schlagzeuger mit geöffnetem Hosenknopf?
  • Warum macht das Novotel neben dem Konzerthaus ausgerechnet dann eine Sirenenprobe, wenn Avidan und seine Band ihren freien Tag haben?

Bewertung: Zwei plus. 90 Minuten für 19 Euro mit einem kleinen Mann mit großer Zukunft. Wo die hinführt? Entweder zu mehr Purismus. Oder die Mojos werden die nächsten Muse.

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Autor: pd