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01. Februar 2012
Dotschy Reinhardt
CD: WELTMUSIK II: Von Pakistan nach Europa
Den Weg der Sinti vom pakistanischen Industal bis in unsere Breiten können selbst Ethnologen nur lückenhaft beschreiben. Dotschy Reinhardt versucht auf ihrer dritten CD der Wanderung ihres Volkes musikalisch Gestalt zu geben. Sie zeichnet keine geographisch stringente Linie nach, sondern lockt den Fluss zwischen beiden Welten, wie sie ihn biographisch erfahren hat, durch rhapsodische Verknüpfungen hervor. Jazziges Setting wird, wie im Titelstück "Pani Sindhu", mit persischem Hackbrett, Sitar, Tabla und dem Silbengesang Konakol bereichert. In "Djas" löst träumerische Bossa-Stimmung Bollywood-Referenzen ab, in "Que Algería" zollt Dotschy zusammen mit dem grandiosen Gitarristenkollegen Lancy Falta Ravi Shankar und John McLaughlin Tribut, im starken Finale "Walkabout" duettiert sie mit ihrem Ehemann, dem Neoswing-Spezialisten David Rose. Das Album wirkt ein wenig sprunghaft, und vokal bleibt die Wahlberlinerin vor allem bei den indischen Elemente noch steigerungsfähig. Trotzdem ist ihre CD ein engagiertes und sympathisches Konzeptalbum.
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Autor: Stefan Franzen
