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26. Januar 2012

"Die Angst legt sich nach 20 Sekunden"

BZ-INTERVIEW mit der Lörracher Sängerin Céline Huber, die heute Abend bei  "Unser Star für Baku" antritt.

  1. Céline Huber will Deutschland in Baku vertreten. Foto: Barbara Ruda

Wenn heute Abend um 20.15 Uhr auf Pro 7 die dritte Ausscheidungsshow von "Unser Star für Baku" über die Bühne geht, hofft auch Céline Huber  sich für ein Weiterkommen zu qualifizieren. Barbara Ruda hat sich mit der Lörracher Sängerin über Ingwerteepartys, Herzklopfen vor der Kamera und nationale Verantwortung unterhalten.

BZ: Céline, haben Sie den Sprung von Provinzbühnen vor ein Millionenpublikum schon verdaut?

Huber: Was grade passiert ist unglaublich. Über Nacht bist du da – bumms.

BZ:  Sie sangen bisher vor kleinerem Publikum. Wie erging es Ihnen beim ersten Fernsehauftritt?

Huber: Bei den Proben war das alles noch recht überschaubar. Da stand ich vor einem leeren Saal  mit 1200 Stühlen und konnte mich mit der Kamera anfreunden. Bei der Sendung  durfte ich mir dann  aber gar nicht vorstellen, dass Millionen von Menschen  live miterleben, wenn ich in den Kasten hineinschaue und -singe. Mir klopfte das Herz wie verrückt, und doch konnte ich den Auftritt  richtig genießen. Normalerweise schaue ich ja ins Publikum, um mit ihm zu interagieren.  Aber auch im Fernsehstudio habe ich mitbekommen, dass die Leute an meinen Lippen hingen und mitfieberten. Alles hat  erstaunlich gut geklappt. Nicht einmal die Kameraleute, die sich während meines Songs um mich herum bewegten, haben mich gestört. So sehr war ich in meinem Lied drin. Das hat mir meine Mutter, die als Zuschauerin im Saal dabei war, hinterher erzählt.

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BZ: Warum haben Sie den Song "Beautiful Disaster" von Kelly Clarkson ausgewählt? Das Wort "Katastrophe" im Titel   hätte ja auch ein schlechtes Omen sein können.

Huber: Ich brauchte ein Lied, das mir nicht langweilig wird. Bei der ersten Show war es außerdem besonders wichtig, dass ich in dem Stück alles zeigen konnte – von leise bis laut. Das Urteil der Jury hat das bestätigt. Thomas D war von den leisen Stellen hin und weg und Alina Süggeler wunderte sich und lobte, wie ich  trotz meiner Nervosität so ruhig und ohne Zittern singen konnte.

BZ: Hat die neu eingeführte so genannte Blitztabelle, auf der alle von Beginn an permanent das Ranking beim Zuschauervoting mitlesen konnten, nicht unglaublich viel Druck gemacht?

Huber: Auf der Bühne habe ich gar nicht drauf geachtet, es interessierte mich nicht die Bohne. Später im Greenroom sah ich dann, wie mein Kopf in der Tabelle  nach unten rutschte. Da wollte ich mich teilweise im Klo einschließen.

BZ: Wie war die Stimmung der Kandidaten untereinander?

Huber: Ich habe da total nette Leute getroffen. Natürlich waren wir alle Konkurrenten, haben aber gegenseitig mitgefiebert und waren traurig mit denen, die ausgeschieden sind. Wir waren eine richtige Familie. Ich freue mich auf das Wiedersehen und auf weitere Ingwerpartys. Bei der vergangenen Show hatten wir's nämlich alle an der Stimme und haben uns im Hotel Ingwertee gebraut und dann gemütlich zusammengesessen und gesungen. 

BZ: Warum haben Sie sich überhaupt dazu entschieden, an so einem Format teilzunehmen?

Huber: Das war meine erste Teilnahme an einem Casting, und es war auch kein Zufall, dass es gerade dieses Format war. Dass sich Stefan Raab beim Eurovision Song Contest eingemischt hat,  ging ja schon mit Max Mutzke los. Ich habe das seitdem ein bisschen verfolgt. Der entscheidende Punkt für mich war, dass man sich hier um eine Stelle bewirbt, nämlich Deutschland beim Wettbewerb in Baku vertreten zu dürfen. Weil es dieses klare Ziel gab, bin ich zum Casting gegangen.  Außerdem werden in dieser Show die Kandidaten nicht vorgeführt. Das hat in meinen Augen  mehr Niveau. Und selbst, wenn ich nicht ins Finale komme, bringt mir die Teilnahme viel an Erfahrung und Kontakten.

BZ: Gehen Sie schon etwas ruhiger in die zweite Show heute, Donnerstagabend?

Huber: Ich weiß jetzt, wie das ganze abläuft und wie die Leute reagieren, denn die Kraft, die von 1200 Leuten im Saal kommt, merkt man schon. Trotzdem bleibt die Angst kurz bevor ich zu Singen anfange. Die ist immer da, legt sich aber meistens auch nach den ersten 20  Sekunden.

BZ: Stand bei Ihrer Namensgebung wirklich Celine Dion Pate, wie Stefan Raab in der Show  mutmaßte?

Huber: (lacht) Nein, das glaube ich nicht. Meine Mutter ist Schweizerin und dort ist der Name ziemlich verbreitet.

Autor: rud