A-cappella-Gesang

Ein sauberer Schlussstrich – Finale für "Öl des Südens"

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Do, 06. Dezember 2018 um 19:19 Uhr

Rock & Pop

Noch zwei Auftritte – in Bad Krozingen und Freiburg: Dann ist die A-cappella-Gruppe "Öl des Südens" Geschichte.

Als vor gut zwei Jahren das 30. Bestehen gefeiert wurde, schien ein Ende für die A-cappella-Gruppe "Öl des Südens" noch in den Sternen zu stehen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir ohne Not aufhören werden", hatte Johannes Ehmann, Mitbegründer der Formation, damals im Interview mit der Badischen Zeitung erklärt. Nun ist es doch so weit: Nach einem Auftritt am heutigen Freitag in Bad Krozingen geht am Sonntag im Freiburger Vorderhaus das letzte Konzert über die Bühne. Auf fast 333 Jahre summiert sich die gemeinsame Erfahrung des Herren-Quintetts inzwischen – und damit will man es endgültig bewenden lassen.

Irgendwie geartete interne Probleme? Fehlanzeige. Die Gunst des Publikums und der Kritik: Sie gelten "Öl des Südens" nach wie vor. Dennoch – nein, gerade deswegen zieht das Quintett einen sauberen Schlussstrich. "Wir wollen im Frieden untereinander aufhören. Und wir wollen aufhören, solange es uns auch gesundheitlich gut geht", fasst Ehmann zusammen. Außerdem wolle man "nicht warten, bis uns die Leute mit faulen Eiern von der Bühne vertreiben", meint der Musiker nicht ohne unterschwellige Kokettheit. "Öl des Südens": Das sind fünf Männer, die sich einfach gefunden haben. Im gemeinsamen Hobby, der Musik, fanden Ehmann, Dietrich Grübner, Christoph Lang-Jacob J. Wolfgang Obhof und Gottfried Schrägle zueinander und zu Auftritten. Ausgehend von Liedern, darunter viele Klassiker, aus den 1920er und 1930er Jahren wurde der spezielle "Öl des Südens"-Stil kreiert, mit Neuinterpretationen bekannter Texte, die im komischen und satirischen Gewand daherkommen, ebenso wie mit dialektalen Versionen.

Kostproben aus unterschiedlichen Stilrichtungen spiegeln im Repertoire zudem die individuellen Präferenzen der Musiker wider. A-cappella-Arrangements, dargeboten von nicht nur singenden, sondern auch schauspielernden Freunden der gepflegten, augenzwinkernd-anspruchsvollen Unterhaltung: Das kam bis zuletzt beim Publikum nicht nur in der Region bestens an.

Zwar würde es an neuen Ideen nach wie vor nicht mangeln, betont Johannes Ehmann. Indes wollen er und seine vier Musikerkollegen nicht die Augen verschließen: An einem Punkt, an dem sich die Sänger altersmäßig allesamt in den 60ern und 70ern befinden, "da sind die Stimmen einfach nicht mehr so frisch". Keine weiteren gemeinsamen Auftritte bedeute aber nicht, dass man dem jahrzehntelang einenden Band gänzlich entsage: "Es gibt durchaus Überlegungen, privat weiterzusingen."

So lange es "Öl des Südens" gibt, stellt sich auch die Frage, was es denn nun mit dem Namen auf sich habe. Das "Geheimnis" wird am Ende der Bühnenkarriere der Laienformation nun gelüftet – und entpuppt sich als gänzlich unmysteriös: "Eigentlich gibt es gar nichts aufzuklären", sagt Johannes Ehmann. "Öl des Südens" sei von Anfang an einfach ein Ausdruck gewesen, der gewisse Assoziationen habe wecken sollen – etwa solche von Wärme, Sonne, aber auch einem Hauch von "Latin Lover"-Gefühl. Ein bisschen musikalische Expeditionen also, für die Sänger ebenso wie für die Zuhörer. Zum letzten Mal nimmt die Crew ihr Publikum am Sonntag mit.

Konzerte: Fr, 7. Dez., Bad Krozingen, Litschgikeller, 19.30 Uhr. So, 9. Dez., Freiburg, Vorderhaus, 19 Uhr.