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06. Juli 2016

Pop-CD

Fraser Anderson: Verletzliche Stimme

  1. Foto: Plattenfirma

Gibt es so etwas wie keltischen Soul? Wer die Musik des Schotten Fraser Anderson anhört, bekommt Seelenvolles auf feinsinnige Art geboten. Spätestens seit seinem vormaligen Album "Little Glass Box" hat er eine wunderbar empfindsame Brücke zwischen folkigem und souligem Songwriting offenbart, die er auf seinem neuen Opus ausbaut. Mit schwebenden Gitarren, rauschend-gedämpften Blechbläsern und einer verletzlichen Stimme zaubert er Perlen hin, die den weiten Raum zwischen frühem Van Morrison und Nick Drake ausloten. Eine traditionelle Flöte mogelt sich in "The Wind And The Rain" zur glimmenden Hammondorgel, durch das ergreifende"Crying From My Heart" schnurrt eine Fiedel, und eine schreiende E-Gitarre konterkariert den herzblutenden Tenor in "Feel". Der neuen Heimat Bristol geschuldet gibt es plötzlich auch mal elektronisch unterfütterte Strukturen, die an den TripHop verweisen – und mit einem Rap, in dem er seine Überforderung als Vater bekennt, widerlegt er alle Mackerposen des Genres.

Fraser Anderson: Under The Cover Of Lightness (Membran).

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Autor: Stefan Franzen