Hayiti

HIPHOP: Die Regentin des Trap-Universums

Laura-Sophia Jung

Von Laura-Sophia Jung

Mi, 17. Januar 2018

Rock & Pop

Ronja Zschoche ist eigentlich ein alter Hase in der Rap-Szene. Vor allem aber ein bunter Hund: Als Robbery, Miami, Ovadoze oder aktuell Haiyti rappte, schrie und sang sie auf diversen EPs über das Leben zwischen Rotlicht und Rap. Ihr Debütalbum "Montenegro Zero" vereint all diese Kunstfiguren und musikalischen Experimente zu einem kreativen Feuerwerk. Das zuletzt sehr erfolgreiche Kreativkollektiv Kitschkrieg mischte für das Album ruppige Trap-Beats mit eingängigem Dancehall und einer Prise Pop. Haiyti tobt sich dazu mit ihrer schrillen Stimme aus. Mal feiert sie laut ihre zukünftigen "100 000 Fans", nur um in einem anderen Song sentimental, aber ohne Reue das selbstverschuldete Ende einer Beziehung zu besingen ("American Dream"). Ihr Rap ist mal repetitiv, mal ausgesprochen ausgefeilt. Jedes Stück ist dabei in seiner Übertreibung erfrischend authentisch. Haiyti präsentiert sich als Diva, Milieugröße und Rebellin, ohne inszeniert zu wirken. "Montenegro Zero" ist klanglich und inhaltlich eine eigene Welt, die sie als Pelz tragende Trap-Königin regiert.

Haiyti: Montenegro Zero (Vertigo).