Goschehobel

MUNDART-CD I: Anspruchsvoll Alemannisch

Heinz Siebold

Von Heinz Siebold

Mi, 18. Oktober 2017

Rock & Pop

Kurz vor ihrem 35. Bühnenjubiläum und 21 Jahre nach der ersten CD haben "Goschehobel" zehn neue Songs und vier neu eingespielte Evergreens unter dem Titel "Kunderbunt" auf eine neue Scheibe gepackt. Ein professionell gemischtes, sehr gut gespieltes und anspruchsvolles Werk mit alemannischen Texten. Das Elztäler Duo Eberhard Jäckle und Urban Huber-Wölfle hat mit Produzent und Musiker Oliver Fabro aus Säckingen und anderen über die Jahre einen vollen Gitarrensound auf hohem Niveau geschaffen. Ohne Berührungsängste, die E-Gitarre hat ebenso ihren Platz wie Mundharmonika, Cajon und ein gutes Schlagzeug. "Nix wie furt" (1966) ist nicht mehr die Ausstiegsdevise der ergrauten Freaks. Natürlich, die Sehnsucht nach dem Salz des Meeres auf der Haut, nach dem Süden und der Ferne ist geblieben. Aber "do isch din Platz", in einer Heimat, die in Gefahr ist, ein "Lond mit Grenze un ängstliche Lit" zu werden. "Viva la Musica" - Probleme und Katastrophen dürfen Lied und Tanz nicht zerstören. Und wenn "einer über d Brugge gange" isch, darf man mal innehalten und über das andere Ufer nachdenken, von dem man nicht zurückkommt. Das könnte ein Ohrwurm werden.

Goschehobel: Kunderbunt (Fabro Records). Konzert: Sa, 21. Okt., Heuweiler, Gemeindehaus, 20 Uhr.