Tash Sultana

POP: Doch lieber live

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Mi, 05. September 2018

Rock & Pop

Eine glasklare Soulstimme, verhallte Gitarrenakkorde zwischen Reggae und Funk, virtuose Rocksoli, Beatbox und Drumcomputer. Alles erzeugt und gespielt von einer einzigen Person – und vielfach aufgeschichtet mit Hilfe einer Loop-Station. Dieses Prinzip machte Tash Sultana, einst Straßenmusikerin in Melbourne, binnen kürzester Zeit weltberühmt. Dieser Tage etwa wird der Pop-Newcomer – der sich als non-binär versteht, sprich: keinem der zwei gängigen Geschlechter zugehörig – dreimal in Folge jeweils 4000 Menschen ins Kölner Palladium locken. Dass einen so viel gebündeltes Talent im Bühnen-Kontext beeindrucken kann, fällt ja nicht schwer zu glauben. Umso häufiger stellt sich bei der rein klanglichen Rezeption des Debütalbums "Flow State" allerdings die Frage, ob eine Band die Musik nicht doch lebendiger gemacht hätte. Auch der Effekt, Gitarrensoli einmal nicht von einem mittelalten Mann vorgetragen zu bekommen, verfliegt naturgemäß. Und so bleibt letztlich die Frage: Was ist ein Studioalbum wert, bei dem einen das Gefühl nicht loslässt, die Stücke doch eher live erleben zu müssen?

Tash Sultana: Flow State/Sony.