Kat Frankie

POP: Strahlende Nachtmusik

Peter Disch

Von Peter Disch

Mi, 14. Februar 2018

Rock & Pop

Diese Stimme. Wenn Kat Frankie singt, klingt das ein bisschen nach der großen Annie Lennox. Es ist gleiche Mischung aus unterschwelliger Sinnlichkeit und majestätischem Ausdruck wie bei der früheren Sängerin der Eurythmics. Wie Lennox nutzt Frankie die mühelose Wandelbarkeit ihrer Stimme und die Studiotechnik, um mit sich selbst im Chor zu singen. Sehr deutlich wird die Parallele beim zwingenden "Headed For The Reaper", einem von zehn Songs ihres neuen Albums "Bad Behavior". Mit der verschachtelten Struktur, gegenläufigen Gesangsspuren und Bläsern, natürlichen und synthetischen Klängen hätte dieser Hit auch den
Eurythmics gut zu Gesicht gestanden. Die Musik der 39-jährigen Australierin ist eine der Kontraste. Ihre Lieder sind kühl und warm zugleich, haben Seele, ohne Soul zu sein, sind tiefgängiger Pop, aber nicht verkopft. Wenn es sakral klingt wie "Versailles", dann wird daraus nicht gleich eine dramatische Hymne. Kat Frankie weiß, wann sie sich zurücknehmen muss. Selten hat Nachtmusik so gestrahlt wie hier. Eine Platte wie ein Leuchtturm.

Kat Frankie: Bad Behaviour (Groenland).