The War On Drugs

ROCK: Starre Motorik-Beats

Simon Langemann

Von Simon Langemann

Mi, 13. September 2017

Rock & Pop

Kaum eine Rockband unserer Zeit assoziiert man so unweigerlich mit Nordamerika wie The War On Drugs. An diesem Kurs ändert "A Deeper Understanding" auf den ersten Blick gar nichts, wenngleich die Gruppe nach ihrem von Fans und Kritikern innig geliebten Album "Lost In The Dream" (2014) den Schritt zum großen Label Warner wagte. Genauer betrachtet, klingt das Quartett um Hauptakteur Adam Granduciel etwas voller und komprimierter, während sich der instrumentale Schwerpunkt in Richtung Synthesizer verschoben hat. Doch noch immer reichen die Grundkoordinaten von Bruce Springsteen, Neil Young oder Bob Dylan bis hin zu Shoegazing und Psychedelic. Noch immer lebt die Musik von der Polarität zwischen Granduciels halb hauchender, halb flehender Stimme und den starren Motorik-Beats. Und noch immer spielen sich vorm inneren Auge dieselben Filme ab: Autofahrten durch von der Abendsonne gefärbte Landstriche, Zugreisen bei Nacht – eine Art des gemütlichen, aber stetigen Vorankommens.

The War On Drugs: A Deeper Understanding (Warner).