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13. August 2012

Römerfest soll Neuauflage erleben

Riegeler Organisatoren ziehen durchweg positive Bilanz des Jubiläumsspektakels / Jablonski löst Sklavendienst im Herbst ein.

  1. Jubiläumsfestbilanz beim Feierabendbier: von links Bernhard Langenbacher, Bürgermeister Markus Jablonski, Armin Braun und Markus Gerber. Foto: Michael Haberer

RIEGEL. Die 1250-Jahr-Feier Riegels dürfte die Gemeinde rund 50 000 Euro gekostet haben. Angesichts der riesigen Resonanz von Revue und römischem Familientag ist dies gut angelegtes Geld und deutlich weniger als gedacht. Da sind sich Bürgermeister Markus Jablonski wie auch die Organisatoren Markus Gerber, Bernhard Langenbacher und Armin Braun sicher.

Jablonski bezeichnet insbesondere den römischen Familientag als "Stadtmarketing pur". Außerdem habe es die Dorfgemeinschaft gestärkt. Rund 350 Helfer waren im Einsatz. Bernhard Langenbacher, der die Organisation des Festzelts unter sich hatte, lobt den reibungslosen Verlauf in demselben. Dies alles sei nur dank des großen Einsatzes der Riegeler Vereine möglich gewesen, so Langenbacher.

Gerade weil Organisatoren und Vereinsgemeinschaft mit dem römischen Fest, vom Kinderprogramm am Samstag bis zur Ausrufung des neuen Imperators Julianus am Sonntagabend, Neuland betreten haben, sei das Jubiläum unter der Regie von Marianne Habichhorst hervorragend über die Bühne gegangen, finden die Vier. Und das, obwohl das durchwachsene Wetter die Organisatoren und das Publikum vor unerwartete Herausforderungen gestellt haben. Insbesondere für die Gastronomie hat dies auch sein Positives gehabt. Ab und zu mussten die Festgäste vor dem Regen in die Gaststätten flüchten. "Die Wirtschaften haben schönes Geld verdient", sagt Langenbacher, der mit den Wirten gesprochen hat.

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Alle vier sind davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, als sie Gerbers Idee gefolgt sind, nicht auf einen Umzug oder eine "Sommerfastnacht" zu setzen, sondern auf eine Mischung aus Bildung und Unterhaltung. "Gerber hat die Flamme weitergegeben", sagt Braun. Und insbesondere dessen Verdienst war es, die Riegeler für diese Flamme zu mobilisieren. Braun meint dazu mit Blick auf das Raumschiff Riegel, das zu Jahresbeginn bei der Revue gestartet ist: "Die Organisatoren waren nur die Zünder, der Treibstoff für die 1250-Jahr-Feier waren die Riegeler."

Jablonski: Römerfest passt zu Riegel als kulturelles Tor zum Kaiserstuhl

Angesichts des Erfolgs stellt sich die Frage, ob es eine weitere Auflage des Festes geben wird. Jablonski meint, die Revue, welche die Gemeinde rund 10 000 Euro gekostet hat, sei einmalig und genau auf die 1250 Jahre zugeschnitten gewesen. Er beruft sich dabei auf Drehbuchautor und Regisseur Klaus Spürkel. Aber alle sind sich einig, dass das Römerfest eine Neuauflage erfahren sollte. Auch weil sich Straßenfeste, wie Riegel es in 2006 auf die Beine gestellt hat, überlebt hätten, so Jablonski. Ein Römerfest mit seinem Bildungshintergrund passe einfach zum Riegel als kulturellem Tor zum Kaiserstuhl, so Jablonski. Allerdings werde die Gemeinde nicht noch einmal 40 000 Euro dafür ausgeben können, fügt er an. Das künftige Römerfest dürfte also kleiner ausfallen und muss sich stärker selbst tragen. Darüber, ob das Ganze als römisches Schauspiel oder wieder mit römischen Pavillons aufgezogen wird und ob es ein historisches Fest in regelmäßigen Abständen geben wird, werden Rathaus, Organisatoren und Vereine nun nachdenken.

Jablonski betont abschließend, dass es drei friedliche Tage waren. Vorfälle, sei es wegen Gewalt oder Störungen, seien bei der Polizei nicht gemeldet worden. Die Security sei weniger gebraucht worden als gedacht. So habe er einen Preisnachlass mit der Sicherheitsfirma von zehn Prozent vereinbaren können.

Gerade einmal 47 Gläser seien im Festzelt zu Bruch gegangen, ergänzt Langenbacher. Dies sei angesichts der Zahl an Besuchern und im Vergleich mit anderen Festen Riegeler Vereine nicht der Rede wert, so Langenbacher. Für Gerber sind das Belege dafür, dass man mit dem römischen Fest das kultivierte Publikum angezogen habe, das die Organisatoren im Sinn hatten. Bei einer zweiten Fastnacht mit dem erfahrungsgemäßen Alkoholkonsum wäre das Fest wohl nicht so gesittet verlaufen, denkt Gerber.

Allerdings traten Bettler auf. Eine römische Gruppe hatte ein Armenviertel eingerichtet und seine Habenichtse haben rund 180 Euro erbettelt, die laut Braun an eine soziale Einrichtung gespendet werden. Die 230 Euro, welche die Versteigerung des Sklaven Jablonski eingebracht haben, seien bereits an St. Anton überwiesen, so Jablonski. Seinen Sklavendienst werde er im Herbst im Küchenstudio Maier in Bahlingen leisten. Daraus werde man noch einmal eine Benefizaktion machen, kündigt Jablonski an.

Autor: Michael Haberer


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