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16. Mai 2011

RHC Friedlingen scheitert im Pokal

Rollhockeyteam unterliegt im Halbfinale zu Hause mit 3:6 erneut am RHC Diessbach / Gastgeber zeigen enttäuschende Leistung.

  1. Stetig eng markiert von drei Diessbachern wurde Sèbastien Landrin vom RHC Friedlingen (schwarz). Foto: Dippel

ROLLHOCKEY. Der RHC Diessbach scheint sich für den RHC Friedlingen allmählich zu einer Art sportlicher Albtraum zu entwickeln. Zumindest im Schweizer Rollhockey-Pokal. Nachdem der Tabellendritte der Nationalliga A bereits im Vorjahr mit einer 8:9-Heimniederlage im Viertelfinale an den Diessbachern gescheitert war, setzte es am Samstag für die Friedlinger nach einer ganz schwachen und enttäuschenden Vorstellung im heimischen Rollerdrom die nächste Cup-Pleite – und dies gleich mit 3:6 (1:4) im Halbfinale.

"Das ist eine bittere Niederlage", bekannte denn auch Trainer Roger Ehrler, der nicht nur einmal, sondern "mindestens 500-mal" während der Partie ob der Leistungen seiner Spieler den Kopf schüttelte. "Wir haben den Ball nicht laufen lassen, viel zu verkünstelt gespielt und es am Ende nur noch mit der Brechstange versucht", kritisierte Ehrler, der den Gästen einen verdienten Sieg bescheinigte. Vor allem bemängelte er einen fehlenden Vollstrecker. "Es gibt keinen außer Sèbastien Landrin, der etwas reißen kann." Doch der war zumeist auf sich allein gestellt und überdies im engmaschigen Abwehrnetz der Diessbacher gut aufgehoben. Letzteres galt auch für Kapitän Tobias Mohr und Torjäger Jordi Camps. Doch der Spanier erwischte einen ganz schwarzen Tag und wurde somit in jeder Halbzeit bereits nach einer Viertelstunde auf die Bank verbannt. "Es gibt bei ihm nur Schwarz oder Weiß, niemals eine Grauzone", suchte Ehrler eine Erklärung.

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Am meisten stört sich der Friedlinger Übungsleiter nur eine Woche nach dem 5:4-Triumph im Stadtderby aber an den "unkonstanten Leistungen" seines Teams. Diessbach habe "clever, diszipliniert und taktisch besser" agiert. Vor allem jedoch zeigten die Gäste den eindeutig größeren Siegeswillen. "Die wollten gewinnen, wir nicht", stellte Ehrler seinem Team nicht gerade ein gutes Zeugnis aus. Dies sah Gästecoach Klaus Meier genauso. "Wir haben uns zuletzt ausschließlich auf dieses Match konzentriert und wollten den Sieg mehr als Friedlingen. Denn das Finale findet bei uns statt, und ein Pokalsieg ist für uns die einzige Möglichkeit, um nächste Saison international dabei zu sein."

Der Anfang vom Friedlinger Ende kündigte bereits nach zehn Minuten an. Mit drei Treffern im Minutentakt. Die ersten beiden fielen sogar binnen 26 Sekunden. Zunächst drückte Hanes Wegmüller den Ball über die Torlinie, dann nutzte Simon von Allmen einen Konter, und schließlich erzielte der Spanier Eduardo Rodrigues völlig frei aus kurzer Distanz zum 3:0. Kurz vor der Pause erhöhte Fabian Schneider mit einem Flachschuss von der Mittellinie gar auf 4:0. Zwar verkürzte Mohr noch auf 1:4, doch war auch im zweiten Durchgang kein wirkliches Aufbäumen der Friedlinger zu sehen, zumal Landrin mittels Penalty an Gästetorhüter Lukas Rubin scheiterte (31.), ebenso wie auf der Gegenseite Cesar Salgueiro am Friedlinger Keeper Jürg Ottmann.

Trotz des Pokal-Aus bewertet Roger Ehrler die Saison nicht als gescheitert. "Wir sind schließlich Aufsteiger und können in der Meisterschaft immer noch Zweiter werden, vom Schweizer Titel habe ich nie gesprochen – und erfreulich war die Zuschauerkulisse." Gleichwohl kündigt der Vereinschef Veränderungen im Team und "einige Verstärkungen" für die nächste Saison an. "Es gibt einige Kandidaten." Mit den bisherigen Spielern werde erst am Rundenende geredet.

Tore: 0:1 Wegmüller (10.), 0:2 von Allmen (10.), 0:3 Rodrigues (12.), 0:4 Schneider(24.), 1:4 Mohr (25.), 1:5/1:6 Schneider (43. in Überzahl/47.), 2:6 Davi (48.), 3:6 Mohr (50.).

Autor: Jochen Dippel