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23. Juni 2012
"Rosige Zeiten" in Signau sind vorbei
Der Weiler wird ans öffentliche Trinkwassernetz sowie an die zentrale Kläranlage angeschlossen / Planungen wurden vorgestellt.
GRAFENHAUSEN. Der Weiler Signau ist weder an das öffentliche Trinkwassernetz von Grafenhausen noch sind die Häuser an die Kläranlage angeschlossen. Dies soll sich nun ändern. Bürgermeister Christian Behringer und Ralf Mülhaupt vom Büro Tillig Ingenieure GmbH stellten den betroffenen Grundstücksbesitzern die bisherigen Planungen im Sitzungssaal im Rathaus vor. Die Investitionen sind im Haushalt 2012 eingestellt, Zuschüsse wurden bewilligt.
In Grafenhausen soll der Weiler Signau an die öffentliche Kanalisation und somit an die zentrale Kläranlage angeschlossen werden. Gleichzeitig soll der Trinkwasseranschluss an die öffentliche Versorgung realisiert werden. Das Planungsbüro Tillig Ingenieure GmbH wurde vom Gemeinderat beauftragt, die Entwurfs- und Genehmigungsplanung vorzubereiten und einen Fördermittelantrag zu erstellen. Wie Bürgermeister Christian Behringer im Rahmen der Informationsveranstaltung zum geplanten Projekt informierte, wurden die Zuschüsse zwischenzeitlich bewilligt, so dass im Herbst mit der Maßnahme begonnen werden kann.Werbung
Die Kosten für die Abwasserentsorgung summieren sich auf 345 000 Euro, Zuschüsse in Höhe von 180 000 Euro sind abrufbereit. Weiterhin wird die Trinkwasserversorgung, die Gesamtkosten von 92 000 Euro verursacht, mit 48 000 Euro gefördert.
Die Planungen sind nach Angaben von Ingenieur Ralf Mülhaupt weitgehend abgeschlossen, die Trassenführung ist teilweise bereits mit den Grundstücksbesitzern abgesprochen. Eine genaue Klärung, auch im Hinblick auf die notwendigen Hausanschlüsse, soll nach der Auftragsvergabe in persönlichen Gesprächen abgestimmt werden. Die Gemeinde verlegt Wasser und Abwasser quasi bis an die Grundstückgrenze, die Verlegung bis ans Gebäude ist vom Grundstückseigentümer zu tragen. Dies kann einem Unternehmer in Auftrag gegeben oder in Form von Eigenarbeit ausgeführt werden. Neben den künftigen Gebühren, die nach Verbrauch abgerechnet werden, entstehen einmalige Erschließungsbeiträge, die je nach Grundstücksgröße unterschiedlich ausfallen. Die Betroffenen wurden über die Höhe der Beträge im Rahmen der Versammlung informiert. Die rosigen Zeiten, Trinkwasser aus der eigenen Quelle des Weilers zu nutzen, sind somit in Kürze vorbei. Das heißt im Klartext: Nicht aufbereitetes Quellwasser wird mit dem Vordruck aus der Brunnenstube und über bestehende Netzleitungen direkt in die Häuser geleitet. Lediglich das überschüssige Quellwasser wird dem nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entsprechenden Hochbehälter zugeführt. Wie Ingenieur Mühlhaupt erläuterte, befindet sich der Hochbehälter im Besitz des Kantons Schaffhausen und wird nicht mehr gewartet. Um den Anschluss des Ortsteils an die zentrale Wasserversorgung zu realisieren, wird eine Versorgungsleitung in Richtung Gewerbegebiet geführt und angeschlossen. Durch die Erhöhung des Wasserdrucks sind dementsprechend auch die Hausanschlüsse in Signau zu erneuern. Der bestehende Hochbehälter kann weiterhin als Löschwasserbehälter genutzt werden. Im Zuge der Bauarbeiten soll die Zuleitung von der Signauquelle erneuert werden.
Das häusliche Abwasser wird in Signau derzeit in Dreikammergruben gereinigt. Gemäß dem Abwasserkonzept der Gemeinde Grafenhausen kann diese Form jedoch weder vorübergehend noch dauerhaft betrieben werden. Demnach hat die Kommune die Pflicht, anfallendes Abwasser zu sammeln, den öffentlichen Anlagen zuzuführen und zu reinigen. Gemäß den Planungen soll das Abwasser von den einzelnen Gebäuden mittels Freispiegelkanälen zum tiefsten Punkt des Ortsteils geleitet und dann mittels Druckleitung zu einem Übergabeschacht im Gewerbegebiet geführt werden. Anfallendes Oberflächenwasser der einzelnen Anwesen soll wie bisher auf den Grundstücken versickern oder über bestehende Systeme dem Dorfbach zugeführt werden. Nicht angeschlossen wird das Forsthaus. Die Zuleitung bis zum öffentlichen Netz muss vom Grundstücksbesitzer auf eigene Rechnung realisiert werden.
Autor: Wilfried Dieckmann





