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10. Mai 2010
Rote Rosen zum Geburtstag
Müllheim feiert Dichter und Kirchenmann Johann Peter Hebel.
MÜLLHEIM. Für den berühmten Heimatdichter und Kirchenmann Johann Peter Hebel hat Müllheim Zeit seines Lebens eine besondere Rolle gespielt. Grund genug, ihn dort am Sonntag, einen Tag vor seinem 250. Geburtstag, als Prälaten zu würdigen und ihn als großen Literaten und Dichter im gleichnamigen Park zu feiern.
Sowohl seine Korrespondenz als auch sein Gedicht "Der Schwarzwälder im Breisgau", das mit der Zeile "Z’Müllen an der Post, Tausigsappermost!" beginnt, unterstreichen eindrücklich, welchen Stellenwert Müllheim für Johann Peter Hebel Zeit seines Lebens hatte. Aber nicht nur als Dichter, auch als Kirchenmann und Prälat hat Johann Peter Hebel bis heute große Bedeutung in der evangelischen Landeskirche.Die evangelische Stadtkirche füllte sich am Sonntagmorgen zum Festgottesdienst mit vielen Gläubigen aus der ganzen Region. Der anerkannte Hebel-Kenner und Schuldekan Uwe Hauser und Dekan Hans-Joachim Zobel hatten sich für die Festpredigt mit Hans Pfisterer einen späten Nachfolger Hebels im Amt des Prälaten eingeladen. Pfisterers Elternhaus stand in einer Hebelstraße. Er lernte Hebels Gedichte als Schüler und im theologischen Studium trat der vielgestaltige Hebel als Kirchenvertreter und Dichter ins Leben des heutigen Prälaten. 16 Jahre lang habe er in Steinen, in Lörrach und in Tüllingen – dem Lebensraum Hebels – gewirkt und dort "die Seele des Heimatdichters immer wieder gespürt". "Er ist mir nahe gekommen und ich ihm", sagte Pfisterer.
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Große Bedeutung maß Pfisterer Hebels Frömmigkeit und seiner Liebe zu Gott und den Menschen bei. Hebel habe Glaube und Gebet verbunden und deutlich gemacht, dass "Glaube das Vertrauen auf Gott ist". So habe er gelehrt, Gott in seiner ganzen Großmut wahrzunehmen, ihn nicht als Vollstrecker der menschlichen Wünsche anzusehen und alle Menschen mit ihren Schwächen anzunehmen. Pfisterer wörtlich: "Für Hebel war Gott der Inbegriff für Liebe. Das findet sich in vielen seiner Texte wieder."
Vor dem frisch sanierten Denkmal des Heimatdichters im Hebelpark versammelten sich knapp 300 Menschen. Dort legte Bürgermeister René Lohs zum Gedenken einen Kranz nieder. "Hebel ist in der Lage, den Begriff Heimat am besten zu erklären", schlug Lohs mit der Liebe des Dichters zu seiner alemannischen Heimat und zu Müllheim den Bogen zu den Heimattagen im Markgräflerland. Der zum 150. Geburtstag und zum 100. Jubiläumstag anlässlich der Verleihung der Stadtrechte auf dem alten Schulacker errichtete Hebelpark erfülle bis heute eine wichtige Erholungsfunktion, so Lohs.
Hebel sei ein anerkannt großer Dichter gewesen, dessen Werke sogar ins Japanische, übersetzt worden seien, betonte der Vorsitzende der Müllheimer Muettersprochgesellschaft, Kurt Lammert. Das Denkmal und der Park seien nach der Sanierung wieder ein Blickfang geworden. Anschließend ließ Lammert, untermalt von einzelnen Versen, Hebels Leben nochmals Revue passieren.
Derweil lächelte "der Johann Peter" auf die Festschar herab. Die roten Rosen, die vor dem Denkmal nach altem Vorbild wieder gepflanzt wurden, symbolisieren Hebels Liebe zu den Menschen.
Autor: Volker Münch


