Bei Ortsumfahrung konstruktiv sein

Jochen Fillisch

Von Jochen Fillisch

Do, 10. Februar 2011

Rümmingen

Regierungspräsident Würtenberger verteidigt in Rümmingen Ablehnung des schienengleichen Übergangs / Rückendeckung bei DSL.

RÜMMINGEN. Das Thema Ortsumfahrung stand erwartungsgemäß im Mittelpunkt des Besuchs von Regierungspräsident Julian Würtenberger in Rümmingen. Ebenso erwartungsgemäß gab sich dieser zurückhaltend. "Ich sage zu, dass wir die Angelegenheit so flexibel und konstruktiv wie möglich handhaben werden", versprach der Chef des Regierungspräsidiums Freiburg aber insbesondere im Hinblick auf die problematische Kreuzung von Umfahrung und Kandertalbahn.

Mit dieser Zusage zeigte sich Bürgermeisterin Daniela Meier zufrieden, ihr Anliegen war es, das Bewusstsein des Gastes für die Rümminger Haltung zu schärfen. In dem Gespräch im Rathaus, an dem auch mehrere Gemeinderäte teilnahmen, warb sie engagiert für die Haltung der Gemeinden Rümmingen und Binzen, die beide eine Hochlage der Umfahrung ablehnen, weil die damit verbundenen Dämme und Wälle einen schweren Eingriff in das Landschaftsbild darstellten. Sie forderte, "alles daran zu setzen, dass ein schienengleicher Übergang oder eine Unterführung der Bahnschienen verwirklicht werden".

Julian Würtenberger ("Die gute Nachricht zuerst") erklärte, dass das Land die Ortsumfahrung in einem Kostenkorridor von 4,3 bis 6,7 Millionen Euro für zuschussfähig halte, womit nicht die Finanzierung der Engpass sei. Er gab aber zu bedenken, dass das Regierungspräsidium bei der Prüfung der sieben Varianten im vergangenen Jahr den schienengleichen Übergang nicht befürwortet habe: Die verkehrspolitische Linie des Landes sehe nämlich vor, "Schiene und Straße zukunftsfähig zu entflechten". Die Schienen der Kandertalbahn an sich sah er zwar nicht als Problem, doch falls der S-Bahn-Verkehr ins Kandertal komme, müsse man fragen, ob ein schienengleicher Übergang wünschenswert und sicher sei.

In die Abwägung, ob eine Brücke oder eine Unterführung besser sei, wollte sich der Regierungspräsident nicht einmischen. Er ermunterte die Bürgermeisterin aber, die Position der Gemeinde einzubringen, auch mit einer Visualisierung. Würtenberger betonte, dass das Gesamtprojekt L 134 Rümmingen/Wittlingen auch auf der Liste für die Fortschreibung des Generalverkehrsplans stehe. Bürgermeisterin Meier führte dem Gast auch bei einer Ortsbegehung noch einmal vor Augen, wie wichtig die Umfahrung für die Ortsentwicklung und für das Miteinander der beiden Ortshälften sei.

Mit dem Thema DSL-Versorgung sprach sie ein weiteres Problem an, das im Sinne der Zukunftsfähigkeit Rümmingens gelöst werden müsse. Sie erläuterte, dass die Gemeinde im Verfahren um schnelleres Internet alles richtig gemacht habe, aber an den falschen Anbieter geraten sei. Julian Würtenberger fürchtete: "Sie kommen wohl nicht umhin, das Verfahren noch einmal auszuschreiben." Die zusätzliche Zeit und Arbeit lohnten sich aber, weil es Mehrwert für die Bevölkerung bringe. Fördermittel stünden zur Verfügung und ein speziell geschulter Mitarbeiter des Regierungspräsidiums werde die Gemeinde beraten: "Sie sind nicht allein mit diesem Problem, aber Sie werden auch nicht allein gelassen!"