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08. Oktober 2012

Forderung: "Nicht ohne Anschluss der Lörracher Straße"

IG Ortsumfahrung Rümmingen reagiert empört über bekannt gewordene Pläne des Landes, die Umfahrung nicht in Straßenbauplan-Fortschreibung aufzunehmen.

  1. Unermüdlich im Kampf für die Umfahrung: Mitglieder der Rümminger IG. Foto: Herbert Frey

RÜMMINGEN (BZ). Empört reagierte die Interessengemeinschaft Ortsumfahrung Rümmingen (IG) auf die Absicht von Landesverkehrsminister Hermann, das Projekt der Teilumgehung der Gemeinde nicht mehr in die Fortschreibung des Generalverkehrsplanes aufzunehmen. "Wir können nicht zulassen, dass dieses bald 40 Jahre alte Straßenbauprojekt ohne einen Dialog mit den Bürgern gekippt wird", sagte IG-Sprecher Karlheinz Wehrle in der jüngsten Sitzung der IG in der "Sonne". Was hier vor dem Hintergrund des starken bürgerschaftlichen Engagements für den Bau dieser Entlastungsstraße ablaufe, sei skandalös.

Von "Das lassen wir uns nicht gefallen" bis "unverschämt" und "himmelschreiend" reichten die Kommentare der IG-Aktivisten. Bei dem ständig steigenden Verkehrsaufkommen auf der Straße ins Kandertal und in Richtung Schallbach/Tannenkirch sei die Ortsumfahrung dringender denn je. Den Anwohnern der Durchgangsstraße seien Lärm und Abgase nicht mehr zuzumuten. Das ganze Dorf leide unter der Verkehrslast. Wehrle und seine Mitstreiter bezeichneten den mit Argumenten und Daten gefütterten "Brandbrief" von Bürgermeisterin Daniela Meier an den Verkehrsminister in Stuttgart als mutig und als "richtigen Schritt zur richtigen Zeit". Inhaltlich trage die Bürgerinitiative ihren Vorstoß uneingeschränkt mit.

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Trotz den negativen Nachrichten aus der Landeshauptstadt sehe die IG keinen Grund zur Resignation, erklärte Wehrle. Man könne doch ein Dorf nicht Jahrzehnte mit Versprechungen abspeisen und wenn die Planung endlich realisierbar erscheine, plötzlich fallen lassen. "Das ist Schaukelpolitik pur", ärgert sich Wehrle. Die IG Ortsumfahrung verspricht sich für den baldigen Bau der Umfahrungsstraße auf dem Teilabschnitt Lucke/Schallbacher Straße weiterhin Unterstützung von der Mehrheit des Kreistages. Allerdings löste die Vorlage der Kreisverwaltung (siehe BZ vom 5. Oktober), zur Sitzung des Umweltausschusses erhebliche Verwunderung aus. Bisher gingen Gemeinderat und Bürger im Einvernehmen mit dem Landkreis davon aus, dass die Umgehungsstraße mit einem Anschluss an die Lörracher Straße gebaut werde. "Wenn es zutrifft, was am Freitag in der BZ zu lesen war, dann wird die bisherige Planung auf den Kopf gestellt", sagte Wehrle.

Erbost sei er vor allem deshalb, weil über diese neue vom Landkreis vorgeschlagene Variante weder mit den Bürgern noch mit der Bürgermeisterin noch mit den Gemeinderäten gesprochen worden sei. "Ich verliere allmählich jegliches Vertrauen zu Behörden, Straßenplanern und Politikern", so der IG-Sprecher. Die IG Ortsumfahrung will nicht als Bremser der Ortsumfahrung auftreten.

Aber gegen die jetzt bekannt gewordene Absicht des Landkreises, die Lörracher Straße total abzuhängen und damit den Anliegern in der Dorfstraße und in der Friedrich-Böhringer-Straße zusätzlich Verkehr aufzubürden, wolle man sich wehren. Die IG Ortsumfahrung appellierte an die Kreisräte im Umweltausschuss, dieser Variante nur zuzustimmen, wenn auch der Anschluss Lörracher Straße in die Planung aufgenommen werde.

Positiv bewertete die IG Ortsumfahrung die Unterstützung durch Landes-Justizminister Rainer Stickelberger (SPD). Er habe sich in einem Schreiben an den Verkehrsminister nachdrücklich für die Aufnahme der Ortsumfahrung in den Maßnahmenkatalog des Landes ausgesprochen und sicherte der IG Ortsumfahrung weiterhin Unterstützung zu. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Lusche sieht keinen Grund, die Rümminger Ortsumfahrung aufzugeben.

Autor: bz