Gemeindewald soll weiter wachsen

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 03. August 2018

Rümmingen

Rümmingen hat seinen Forst durch Zukäufe stetig arrondiert / 18 500 Euro Gewinn in zehn Jahren / Douglasie soll Fichte ersetzen.

RÜMMINGEN (hf). Die Gemeinde will seine Waldpolitik des vergangenen Jahrzehntes auch in der kommenden Periode bis 2027 fortsetzen. Dem entsprechenden Bewirtschaftungsplan des Forstbezirkes stimmte der Gemeinderat dieser Tage einstimmig zu.

Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer und Revierförster Gerhard Schwab blickten zunächst zurück. So hat sich die Fläche des Gemeindewaldes von 9,6 Hektar im Jahr 1986 auf nunmehr 14,3 Hektar erhöht. Die Gemeinde habe auch in Zukunft die Absicht, Privatwaldflächen zu erwerben, wo immer dies möglich sei, um den Gemeindewald weiter zu arrondieren, schilderte Bernhard Schirmer. Auch wenn der materielle Gewinn aus der Holzvermarktung nicht im Vordergrund stehe, habe man in dieser Hinsicht in den zurückliegenden zehn Jahren gut gewirtschaftet, so Schirmer weiter. Unterm Strich könne aus der letzten zehnjährigen Bewirtschaftungsperiode ein Überschuss von rund 18 500 Euro verbucht werden.

Auch in den kommenden zehn Jahren soll im Rümminger Wald oberhalb des Ortes Holz geschlagen werden – allerdings nicht in jedem Jahr, wie Schirmer ausführte. Er geht von einem Einschlag von insgesamt 900 Kubikmetern bis 2027 aus. Demgegenüber sollen auf rund 1,2 Hektar junge Bäume angepflanzt werden.

Hauptbaumarten bleiben Eiche und Buche, von denen die meisten zwischen 60 und 100 Jahre alt seien, aber auch Fichte und Kiefer sind gut vertreten. Die Fichte allerdings, so Schirmer, bereite zunehmend Probleme, weil sie das immer trockenere Klima nicht so gut vertrage. Außerdem sei bei Fichten das Risiko eines Borkenkäferbefalles recht hoch. Deshalb wolle man diesen Nadelbaum sukzessive durch die robustere Douglasie ersetzen.

Auch mit dem Triebsterben bei Eschen, verursacht durch einen Pilz, habe man es im Rümminger Wald zu tun. Die Bäume könnten durch die Krankheit "plötzlich umfallen", führte der Experte aus. Da der Eschenanteil aber relativ gering sei, habe man dieses Problem weitgehend im Griff.

Der Wald sei für das Mikroklima im Ort durchaus von Bedeutung, diene aber vor allem der Naherholung. Deshalb hielten Schwab und Schirmer auch regelmäßige Durchforstungs- und Pflegemaßnahmen für unverzichtbar. Markus Hügel hatte dagegen nachgefragt, ob man Teile des Waldes nicht auch mal "für ein paar Jahre einfach in Ruhe lassen" könnte.

So viele Maßnahmen seien nicht geplant, sagte Schwab. Doch wenn man gar nichts tue, dann werde der Wald so dicht, dass kaum noch Licht auf den Boden dringe. Dies würde eine Naturverjüngung, also ein natürliches Wachstum von jungen Bäumen, verhindern, so Schwab und Schirmer. Eine solche natürliche Verjüngung sei aber gewünscht.

Wolle man eine nachhaltige Bewirtschaftung erreichen, müsse man im Forst in längeren Zeitperioden von mindestens zehn Jahren planen, erläuterte Schirmer.