Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Mai 2017

Kein Geld mehr fürs Gemeindehaus

2020 halbiert Oberkirchenrat den Zuschuss / Kirchengemeinde will versuchen, Rümminger Gemeindezentrum selbst zu tragen.

  1. Vielfältig genutzt – dennoch streicht der Oberkirchenrat den Zuschuss fürs Rümminger Gemeindehaus. Foto: ZVG

BINZEN/RÜMMINGEN. Im Verhältnis zu ihren 2000 Gemeindemitgliedern verfügt die evangelische Kirchengemeinde Binzen-Rümmingen über zu viele und zu große Gebäude, hat der Oberkirchenrat in seiner Bestandsaufnahme zum Liegenschaftsprojekt ermittelt. Von 2020 an erhält die Gemeinde deswegen nur noch rund die Hälfte des Zuschusses für den Unterhalt der beiden Häuser. In der Kirchengemeinde wird daher derzeit an einem Konzept gearbeitet, wie das Rümminger Gemeindehaus noch intensiver genutzt und damit so geführt werden kann, dass es sich dauerhaft selbst trägt.

Bleibt es bei der Ankündigung des Oberkirchenrats, reicht der Zuschuss, den die Gemeinde aus Karlsruhe für den Unterhalt der beiden Gemeindehäuser überwiesen bekommt, in drei Jahren nur noch für das Gemeindehaus in Binzen. Dort hatte die Kirchengemeinde in den vergangenen Jahren die Hauptaktivitäten konzentriert. Dort probt etwa der Chor und dort treffen sich auch Gemeindegruppen. Zusätzlich war zuletzt dort der Helferkreis für die Flüchtlinge eingezogen, der in den Räumen der Kirchengemeinde seine Deutschkurse anbietet – mietfrei, wie Pfarrer Fiedler unterstreicht, handele es sich bei den Kursen doch um eine ehrenamtliche Initiative, die es zu stützen gelte.

Werbung


So wenig wie die vielfältige Funktion des Binzener Gemeindehauses in Zweifel steht, so fest steht für Fiedler aber auch, dass das Rümminger Gemeindehaus, das der Oberkirchenrat in seiner Aufstellung als weniger wichtig und damit überzählig eingestuft hat, "ein echtes Juwel ist", das in jedem Fall weiter betrieben werden müsse. Das Gebäude, das erst 2004 mit einem beachtlichen architektonischen Anspruch gebaut wurde, bezeichnet Fiedler als wichtigen Identifikationspunkt in Rümmingen, an dem Kommunales und Kirchliches nicht voneinander zu trennen sind. So hat die Kinderkrippe das Gebäude vormittags in Beschlag, häufig werden die Räume auch an private Nutzer vermietet. Aktuell, so Fiedler, sorge das dafür, dass das Gemeindehaus sich trägt. Die Erlöse der Vermietungen reichen zusammen mit dem Zuschuss aus Karlsruhe und dem Ertrag aus der Stiftung für das Gemeindehaus aus, um die jährlich rund 15 000 Euro, auf die sich der Unterhalt mit Erbpacht, dem Schuldendienst, der Reinigung und den Nebenkosten summiert, zu erwirtschaften.

Ziel sei es nun, die Stiftung mit Hilfe der Rümminger Bürger so weit auszubauen, dass sie jenen Anteil an den Kosten übernehmen kann, der bisher als Zuschuss kam. "Wir müssen den Rümmingern deutlich machen, wie wichtig das Gebäude für die gesamte Gemeinde, nicht nur die Kirche ist", erklärt Fiedler. Drei Jahre bleiben dafür Zeit.

Autor: Ulrich Senf