Mit bis zu sieben Varianten in die neue Debatte

Markus Maier

Von Markus Maier

Mi, 16. Juni 2010

Rümmingen

Gemeinderat und Verwaltung wollen sich bis Ende Juli auf eine Stellungnahme einigen, wie es in Sachen "Teilortsumfahrung" weiter gehen soll.

RÜMMINGEN. Ob den Planern der große Wurf gelungen ist in Sachen "Teilortsumfahrung", darüber herrschte eher Skepsis – vor allem unter den zwei Dutzend Zuhörern – in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Rümminger Gemeinderates. Klar geworden ist lediglich, dass man mit den vorgelegten sieben (Teil-)Varianten für eine Umgehung Rümmingens im Zuge der Kreisstraße 6354 nach Jahrzehnten der – schlussendlich abgelehnten Planungen – wieder am Anfang steht.

Allerdings drückt Bürgermeisterin Daniela Meier aufs Tempo: Bis zur letzten Ratssitzung vor den Ferien am 26. Juli möchten Verwaltung und Gemeinderat die Linie vorgeben, wie es weiter gehen soll.

Jede Menge zu tun hatten bei der Beschreibung der Linienführungen der Trassen am Montagabend (vereinfachte Darstellung dreier Grundvarianten siehe Grafik) Karl Kleemann vom Fachbereich Verkehr und Straßen beim Lörracher Landratsamt, und Johannes Brandsch vom Büro Rapp Regioplan in Lörrach.

Die Varianten 1A und 1B verbinden die K 6354 von der Lucke her bis zur K 6327 (Schallbacher Straße) in einem Bogen westlich des Rümminger Siedlungsrandes. Angebunden an die Landesstraße 134 (Binzener Straße) wird diese Trasse mit einem Kreisverkehr. Variante 1A sieht eine Brücke über die Kandertalbahn vor; Variante 1B einen Bahnübergang.

Die Varianten 2A, 2B, und 2C rücken von der Lucke her zunächst am Hang näher an den Ort, schwenken dann Richtung Binzen ab. Etwa auf der Höhe der Zufahrt zum Aussiedlerhof Bürgin schließt diese Variante ebenfalls mit einem Kreisel an die L 134 an. Variante 2A sieht wieder eine Brücke über die Kandertalbahn vor, Variante 2B eine höhengleiche Querung (Bahnübergang) und Variante 2C sogar eine Unterfahrung der Bahnlinie vor.

Die Varianten 3A und 3B verbinden die K 6354 bis zur K 6327 (Schallbacher Straße) in direkter Linie am Rande der Ortslage auf der der bisherigen Planung zugrunde gelegten Trasse. Auch hier gibt es einen Kreisel (vergleichbar mit den Kreisverkehren der Varianten 1). Und auch hier sehen Alternativen eine Brücke über die Kandertalbahn vor (Variante 3A) beziehungsweise einen konventionellen Bahnübergang (Variante 3B). Bei allen Varianten (außer den Varianten 2) müssen Lärmschutzmaßnahmen berücksichtigt werden mit Wällen oder Wänden.

Johannes Brandsch bezeichnete die Dreier-Varianten als "naheliegend" – in welcher Ausführung auch immer. Kosten bezifferte Kleemann auf Frage von Markus Hügel keine. Auf Anfrage von Dieter Gempp sagte Kleemann, dass der – je nach Variante – betroffene landwirtschaftliche Betrieb Bürgin insoweit informiert worden sei, dass man gegebenenfalls von der Familie für die Realisierung je nach Trassenführung Gelände bräuchte. Einzig mit den Varianten 3 könnte man "bereits reservierte Grundstücke" nutzen, hatte zuvor schon Planer Johannes Brandsch informiert. Bei allen Varianten mehr oder weniger schwierig sei das Gefälle-Problem. Je nach Hoch- oder Tieflage liege man hier bei sieben bis zehn Prozent. Verworfen worden seien Überlegungen, Gefälle zu verringern mit Einschnitten ins Gelände. Ebenso ad acta gelegt worden seien Überlegungen, die Kandertalbahn tiefer zu legen.

Heute, Mittwoch, berät der Umweltauschuss des Kreistages in der Angelegenheit.