Mit Macht und Schaugerüst gegen die Hochlage

Markus Maier

Von Markus Maier

Di, 03. Februar 2009

Rümmingen

Bürgerinitiative, Bürgermeisterin und Gemeinderäte machen sich ebenso wie die beiden Landtagsabgeordneten für die Tieflage der Teilumfahrung stark.

RÜMMINGEN. "Steter Tropfen höhlt den Stein": Gemäß diesem Motto zieht ganz Rümmingen an einem Strang, wenn es darum geht, die seit Jahrzehnten schon projektierte Ortsumfahrung im Zuge der Kreisstraße südwestlich des Neubaugebietes "Unter der Lörracher Straße" einzufordern. Und das in der Variante der so genannten Tieflage. Denn die alternative Hochlage, über deren Ausmaß man sich jetzt anhand des Gerüstes am Ortseingang von Binzen her eine Anschauung machen kann, passt offenbar niemandem so recht ins Bild.

Gestern machten Bürgermeisterin Daniela Meier, Mitglieder des Gemeinderates und der Bürgerinitiative (BI) für die Teilumfahrung als ersten Schritt einer Gesamtlösung in Sachen "Ortsumgehung" – einmal mehr – auf ihr Anliegen aufmerksam. Sich für die Belange der BI einsetzen zu wollen – und zwar im Sinne der Tieflage – sicherten denn auch die beiden Wahlkreisabgeordneten im Stuttgarter Landtag, Rainer Stickelberger (SPD) und Ulrich Lusche (CDU), zu. Sie waren beim Neujahrsempfang – gewissermaßen stellvertretend für die eigentlichen Ansprechpartner in der Sache bei der Landkreisverwaltung und im Kreistag – in die Schusslinie von Bürgermeisterin Meier geraten – und hatten gehandelt. "Den Termin jetzt haben wir direkt im Anschluss an den offiziellen Teil des Rümminger Neujahrsempfanges abgemacht", verriet Stickelberger. Sehr zur Freude der beiden BI-Aktivisten Wehrle und Uhlig, die gestern – neben anderen Teilnehmern – vor dem selbst gezimmerten Schild ihre Forderungen noch einmal unterstrichen. Die zielen im Wesentlichen darauf ab, ebenso, wie bisher für die Hochlage, für die Tieflage eine konkrete Planung vorzulegen – ungeachtet dessen, dass diese noch einmal 20 000 bis 30 000 Euro mehr Kosten verursachen dürfte, wie Ulrich Lusche vermutet. Die Hochlage – so das Argument der Phalanx der Gegner – passe weder ins Bild der Landschaft, noch sei sie ökologisch zu vertreten. Denn sie zerschneide mit einem mehrere Meter hohen Damm – und zusätzlicher Lärmschutzwand zum Baugebiet "Unter der Lörracher Straße" – das Tal der Kander.

Wie Rainer Stickelberger sagte, habe seine Anfrage beim Innenministerium in Stuttgart die Antwort erbracht, die Teilumfahrung könne "in den nächsten beiden Jahren in die Planung und die Realisierung eintreten". Dies deshalb, weil es zumindest für die – umstrittene – Hochlage schon eine recht detaillierte Planung gebe. Eben solche Pläne im Detail für die Tieflage müssten schon alleine aus rechtlichen Gründen wegen der Vergleichbarkeit der Planungen vorgelegt werden, waren sich Stickelberger und Lusche einig.

So lange indes möchte die BI mit ihrem nächsten Schritt nicht warten. Am 10. Februar soll es – vergleichbar der Aktion von gestern – einen Termin mit Verantwortlichen des Kreises – darunter den Fraktionsvorsitzenden des Kreistages – geben.