Reiterhof nimmt die erste Hürde

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 27. Juli 2018

Rümmingen

Bebauungsplan "Mattental" geht in Offenlage / Zwei Misthallen.

RÜMMINGEN. Der Entwurf des Bebauungsplanes Mattental, der die Grundlagen für die Aussiedlung des Reiterhofes Ludäscher aufs freie Feld westlich der Kandertalbahn schaffen soll, unterscheidet sich von den im Rahmen der Bürgerinformation im Juni vorgestellten Plänen nicht gravierend. Das zeigten am Montag im Rümminger Gemeinderat die Erläuterungen von Planer Stephan Färber von der Stadtbau Lörrach zu den bei der vorgezogenen Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangenen Anregungen und Einwendungen. Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig die Offenlage des Planwerkes.

Die Unterlagen können nun bis zum 21. September im Rathaus eingesehen werden. "Wir stellen alles aber auch im Internet zur Verfügung", sagte Bürgermeisterin Daniela Meier mit Blick auf die nur rund 25 Bürger, die zur Sitzung in die Halle gekommen waren. Sie und die Behörden haben nun nochmals Gelegenheit, Einwände vorzubringen. Dass die Dimensionen des Projektes reduziert wurden, hat ihm offenbar auch einiges an Brisanz genommen. Das Sondergebiet für den Reiterhof, der auf Ferienwohnungen nun verzichtet, umfasst anstelle von 3,14 nur noch 1,95 Hektar.

Die 45 Meter von der ersten Wohnbebauung weggerückte Hofanlage mit einer 30 Meter breiten und 60 Meter langen Reithalle im Zentrum stellt sich sehr kompakt dar. Im Norden schließen zwei Offenstallgebäude mit einer kleinen überdachten Dunglege dazwischen das Ensemble ab, im Süden sind zwei eingeschossige Gebäude mit Stallungen und bis zu vier kleinen Wohnungen für Personal vorgesehen.

Der Dung, den die maximal 79 Pferde (anstatt 100) produzieren, wird nach den überarbeiteten Plänen nur noch zur Hälfte auf dem Hof gelagert. Eine zweite, ausgelagerte Misthalle auf einem Feld in Verlängerung des Bachweges liegt weit weg vom Wohngebiet. Der Transport dorthin durch die Wasserschutzzone drei sei laut Behörden kein Problem, so Färber.

Ulrich Gempp betonte, dass er sich eine frühere Einbindung in die Pläne, die dem Gemeinderat "einfach vorgesetzt worden sind", gewünscht hätte. "Wir lernen aus diesem Prozess", versicherte Daniela Meier, die gleichwohl festhielt, dass die Pläne für den Gemeinderat keinesfalls neu gewesen seien.

Die aufkommende Diskussion darüber, ob man den Besitzern der Häuser südlich des Reiterhofes an der Schallbacher Straße, die laut Planentwurf im Außenbereich stehen und nur innerhalb der Bestandsbaufenster umgebaut werden dürfen, nicht auch eine Bauoption einräumen sollte, verwies Daniela Meier in die nichtöffentliche Sitzung.

Georg Kunz von Galaplan stellte den Umweltbericht vor: Durch den Bau des Hofes werden 0,36 Hektar Fläche versiegelt, was durch die Anlage eines Retentionsbeckens an der Kander, das primär als Lebensraum für bedrohte Amphibien dienen soll, ausgeglichen werden könne. Dass durch den Hof "keine wesentlichen Geruchsbelästigungen im Wohngebiet zu erwarten sind", wie Diplom-Geoökologin Christine Sörgel darlegte, bezweifelte ein Zuhörer. Seiner Meinung nach "kommen Wind und Wetter seit jeher von Frankreich, also aus Westen". Laut Gutachterin fließen die Windfelder aber hauptsächlich längs des Kandertals ab, also von Nordosten nach Südwesten. Auch zur Verkehrsbelastung und zum Umgang mit dem privaten Bahnübergang wurden Fragen gestellt (siehe Bericht unten).