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28. Juli 2010

Umfahrung darf Tal nicht abriegeln

Rümminger Räte wollen, anders als die Binzener, die Variante, die Abstand zum Neubaugebiet hält und Kandertalbahn unterquert.

  1. Nach dem Willen des Gemeinderates, soll die Rümminger Teilortsumfahrung nun doch nicht direkt am Neubaugebiet entlang führen, sondern etwas Abstand zu den Häusern halten. Foto: Frey

RÜMMINGEN. Der Rümminger Gemeinderat favorisiert für die Ortsumfahrung eine Trasse, die von der Lucke aus nicht unmittelbar am Neubaugebiet entlang führt, sondern etwas von den Häusern abrückt. Außerdem soll sie die Kandertalbahn unter- und nicht überqueren oder schienengleich kreuzen. Damit entschieden sich die Rümminger am Montag anders als vergangene Woche die Binzener Gemeinderäte.

Während sich die Rümminger unter den sieben vom Landratsamt vorgelegten Varianten für die Lösung 2c entschieden, favorisierten die Binzener bekanntlich die Variante 3, die der Lörracher Straße folgt und dann dicht am Neubaugebiet entlang hinab zur Landesstraße führt, die mit einem Kreisverkehr angebunden wird. Schienengleich würde es dann über die Kandertalbahn hinweg in Richtung Schallbacher Straße weiter gehen.

Die von Bürgermeisterin Daniela Meier und den Gemeinderäten einstimmig bevorzugte Variante 2c dagegen holt auf der Lucke in einem Bogen erst einmal etwas aus, was das Gefälle reduziert und führt dann vom Neubaugebiet weg in Richtung des bereits auf Binzener Gemarkung liegenden Aussiedlerhofes.

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Nach der öffentlichen Vorstellung der Varianten am 14. Juni habe der Gemeinderat in einer Klausursitzung Vor- und Nachteile aller Varianten bis ins Detail abgewogen, führte Daniela Meier aus. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Variante 2c die einzige sei, bei der sich Aufschüttungen und Lärmschutzmaßnahmen so weit in Grenzen halten, dass keine Riegelwirkung entsteht. Alle Varianten in Hochlage würden das Tal dagegen massiv durchschneiden. Die Variante 2c sieht außerdem vor, die Kandertalbahn etwa 1,50 Meter höher zu legen und die Umfahrung dann darunter hindurch zu führen. Dabei käme man ohne Tunnel oder Trog aus, so Planer Johannes Brandsch vom Büro Rapp-Regioplan. Außerdem könnte die Binzener Straße vom Durchgangsverkehr befreit werden.

Klar ist für Daniela Meier: "Die Existenz des Aussiedlerhofes darf nicht gefährdet werden". Bereits mehrere Gespräche hat sie deshalb mit der Landwirtsfamilie geführt mit dem Ergebnis, dass der Kreisel so platziert werden soll, dass wertvolle landwirtschaftliche Flächen in der Aue nicht oder kaum noch tangiert werden. Auch zwischen Rümmingen und der Gemeinde Binzen sieht die Bürgermeisterin "keine verhärteten Fronten". In einer gemeinsamen Sitzung beider Gremien soll nach den Sommerferien nochmals ein intensiver Austausch der Argumente erfolgen.

Für die Bürgerinitiative "Pro Umfahrung" und die Anwohner ist, wie in der Sitzung deutlich wurde, Folgendes wichtig: Die Lörracher Straße soll so weit zurück gebaut werden, dass sie als "Abkürzung" auf dem Weg vom Kandertal nach Lörrach nicht mehr attraktiv ist. Außerdem wünscht die BI eine Variante, die realistische Chancen auf eine relativ zügige Umsetzung ohne langwierige Rechtsstreitigkeiten hat.

Autor: Herbert Frey