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22. Mai 2015

Umfahrung nochmals zurückgestellt

Nach Interventionen aus Rümmingen und Binzen sucht der Landkreis nun erst einmal das Gespräch mit den Gemeinden.

  1. Hinter einem sechs Meter hohen Wall mit Lärmschutzwand würde Rümmingen nach den Vorstellungen der Planer verschwinden. GEMEINDE BINZEN Foto: Bürgermeisteramt Binzen

RÜMMINGEN/BINZEN. Die für Mittwoch angekündigte Vorentscheidung über die weitere Planung der Ortsumfahrung Rümmingen ist ausgeblieben, nachdem Landrätin Marion Dammann das Thema zu Beginn der Kreistagssitzung von der Tagesordnung genommen hat – als Reaktion auf die vehemente Kritik aus Rümmingen und Binzen.

Die Gemeinden waren im Vorfeld zu der Entscheidung nicht gehört worden, was umso schwerer wiegt, als das Planungsbüro gerade jene Variante favorisiert, die Rümmingen und Binzen ablehnen. "Für mich ist es unverständlich, warum wir nicht früher eingebunden wurden", erklärt Rümmingens Bürgermeisterin Daniela Meier ihre Intervention gestern auf Nachfrage der BZ. Nachdem sie sehr kurzfristig von den Ergebnissen der Studie erfahren hatte, mobilisierte sie zusammen mit ihrem Binzener Amtskollegen Andreas Schneucker die Fraktionen im Kreistag und intervenierte direkt bei Landrätin Dammann. Immerhin blieben auch nach der Bewertung des Fachbüros aus Rümminger und Binzener Sicht noch viele Fragen offen.

So sei für Meier und Schneucker nicht nachvollziehbar, wie der rund sechs Meter hohe Damm, der zudem mit Lärmschutzwänden versehen das Kandertal durchschneiden soll, in Hinblick auf den Umwelt- und Naturschutz so gute Noten erhalten konnte. "Das wäre ein Riegel mitten im Tal, der nicht nur das Aussehen des Kandertals völlig verändern würde und die Sichtbeziehung zwischen Rümmingen und Binzen zerstört. Der Damm verändert auch das Klima", listet Meier jene Argumente auf, die seit Jahren schon gegen die Variante vorgebracht werden und die sowohl in Binzen wie auch in Rümmingen durch entsprechende Voten des Gemeinderats untermauert wurden.

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Nicht als fest eingeplant, sondern als 2,4 Millionen Euro teure Nachbesserung ist der Anschluss der Lörracher Straße an die Umfahrung ausgewiesen – obwohl er zu den Kernforderungen aus Rümmingen gehört. Ohne Anschluss fließt der gesamte Anliegerverkehr durch das Nadelöhr in der Ortsmitte.

Überbewertet sei auch die Kreuzung mir der Kandertalbahn als mögliche S-Bahn-Trasse. Der Damm habe schließlich nur den Grund, einen ebenerdigen Bahnübergang zu vermeiden. "In der Studie wird nirgends darauf Bezug genommen, dass sowohl in Lörrach wie in Weil und Binzen niveaugleiche Übergänge in den vergangenen Jahren etabliert wurden. Das muss doch auch in Rümmingen möglich sein", so Meier, die anbietet, auf einen der bisher zwei Übergänge zu verzichten. Die Fragen sollen nun mit dem Landratsamt und den Planern geklärt werden, bevor der Kreistag das Thema dann berät. Auch wenn dies das Projekt verzögere, sei das allemal besser, als wenn eine Variante weiterverfolgt würde, die die Bürger nicht akzeptieren, so Meier.

Autor: Ulrich Senf