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31. Dezember 2014

Verkehrspolitik beschäftigt bis Berlin

Tempo 30 in der Lörracher Straße und die Umfahrung als Themen.

  1. Nadelöhr Lörracher Straße Foto: Herbert Frey

RÜMMINGEN (don). Die Ortsumfahrung und die Reduzierung der Geschwindigkeit auf den Durchfahrtsstraßen standen 2014 im Blickpunkt kommunalpolitischer Diskussionen. Entschieden wehrt sich die Interessengemeinschaft (IG) Ortsumfahrung gegen die Absicht des Landratsamtes, die Geschwindigkeit in der Lörracher Straße lediglich auf einem Teilstück von etwa 80 Metern und nur nachts von 22 bis 6 Uhr auf 30 Kilometer in der Stunde zu reduzieren.

In Schreiben an die Verkehrsbehörde und an Abgeordnete fordert sie für die gesamte Straße von der "Sonne" bis zum Ortsende "Tempo 30". Sie verspricht sich davon eine Verkehrsberuhigung, weniger Lärm, geringere Abgase und mehr Sicherheit für Fußgänger und Velofahrer.

"Auf der vielbefahrenen Straße die Geschwindigkeit nur auf einem Ministück zu drosseln, wäre ein Schildbürgerstreich", warnt IG-Sprecher Arno Mangold. Auf Kritik stieß bei der IG Ortsumfahrung die Vorgehensweise des mit der Lärmanalyse beauftragten Planungsbüros Rapp. Die Gutachter hätten die Realitäten der Verkehrssituation total ausgeblendet. Die in der IG Ortsumfahrung aktiven Bürger und stellen die von den Gutachtern ermittelten Lärmwerte in Frage. Sie stützen sich dabei auf eigene Messungen mit Lärmwerten bis zu 73,8 Dezibel. Das Ingenieurbüro habe nicht berücksichtigt, dass sich ein Großteil des Autoverkehrs durch Rümmingen auf Grund der topographischen Lage mit Steigungen und Gefälle wesentlich schneller als mit den erlaubten 50 Stundenkilometern bewege. Mit dem Hinweis im Gutachten, dass der "Straßenbelag in der Lörracher Straße in einem relativ schlechten baulichen Zustand ist", und von daher die Schallberechnungen die Gegebenheiten nur bedingt abbildeten, räumten die Planer selbst ein, dass ihre Empfehlungen auf fraglichen Ergebnissen basierten.

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Die IG Ortsumfahrung trete dafür ein, so ihr Sprecher, "Tempo 30" nicht nur auf der Lörracher Straße, sondern auch auf der Wittlinger Straße, der Binzener Straße und der Schallbacher Straße einzuführen. Landtagsabgeordneter Josha Frey (Grüne) hat auf das Schreiben der Bürgergruppe reagiert. Er empfiehlt der Gemeinde, die zu erwartende Entscheidung des Landratsamtes beim Regierungspräsidium überprüfen zu lassen. Frey beruft sich auf ein Gespräch mit der Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, Gisela Splett (Grüne). Auf Grund bestehender Richtlinien sehe diese gegenwärtig wenig Möglichkeiten für eine erweiterte Tempobegrenzung in der Lörracher Straße. "Nach den gesetzlichen Vorgaben muss mehr Betroffenheit von Menschen nachgewiesen werden", so der Abgeordnete. Frey empfiehlt eine Überprüfung der im Lärmgutachten ausgewiesenen Zahlen. Seinem Vorschlag, durch versetzte Parkflächen in der Lörracher Straße zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit beizutragen, steht IG-Sprecher Mangold skeptisch gegenüber. Durch die Diskussion über die Geschwindigkeitsbegrenzung ist der geplante Bau der Ortsumfahrung in den Hintergrund getreten. "Für uns hat dieses seit 40 Jahren geforderte Projekt nach wie vor Priorität", erklärt die Interessengemeinschaft. Immerhin sehe man in den gegenwärtigen Vermessungsarbeiten Anzeichen dafür, dass Planungsarbeiten auf dem Weg sind. Hingegen vermisst man im Bundesverkehrswegeplan den zweiten Abschnitt der Ortsumfahrung in Richtung Wittlingen. "Wir sind erstaunt, dass dieses Projekt auf leisen Sohlen in der Versenkung verschwunden ist", schrieb die IG an den Bundestagsabgeordneten Armin Schuster (CDU). Die Rümminger seien maßlos enttäuscht, dass er die Pläne des Bundesverkehrsministers mittrage, bis jetzt aber keinen Einspruch erhoben habe.

Autor: hf