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15. November 2017

Vier ganz persönliche Interpretationen

Kulturo überzeugt mit "Vier Stühle, vier Künstler – ein Überraschungskonzert" in der Rümminger Kapelle.

  1. Vier junge Sänger gaben bei der Initiative Kulturo in der Friedhofskapelle ein mitreißendes Konzert. Unser Bild zeigt von links Toni Grace, Yvonne Siefer, Taylor Chess und Alexander Sehringer. Foto: ounas-kräusel

RÜMMINGEN (ouk). "Vier Stühle, vier Künstler – ein Überraschungskonzert": Der Titel, unter dem das Konzert in der Rümminger Kapelle für Sonntagabend angekündigt war, klang spannend. Tatsächlich traten vier junge Gesangskünstler auf, die ihr Publikum alle mit ihren umwerfenden Stimmen und ihrem ganz persönlichen Stil begeisterten. Zu dem Konzert eingeladen hatte die Initiative Kulturo.

Alexander Sehringer, Tony Grace, Taylor Chess und Yvonne Seifert nahmen zunächst auf vier Stühlen vorne in der Kapelle Platz. Auf der Bühne bewegten sie sich dann vor allem mit selbst geschriebenen Songs zwischen Blues und Rock, Jazz und Ballade. Gemeinsam hatten sie nur eins: Sie alle haben eine Gesangsausbildung bei den Voicemen durchlaufen – bei Richard Geppert, der bei Kulturo für das Programm verantwortlich ist und bei dem Musikproduzenten Frank Schultz. "Sie haben sich heute Nachmittag um 14.30 Uhr zum ersten Mal getroffen", kündigte Geppert die jungen Künstler an.

Alexander Sehringer, auch als Dirigent des Gesangvereins Schallbach bekannt, eröffnete das Konzert mit seiner schönen, wandlungsfähigen Stimme. Er begleitete sich selbst auf E-Piano und E-Gitarre. Seine Songs trugen Titel wie "Neverland" und "Who am I?" und hatten eher nachdenkliche Texte. Doch immer wieder rockte er los und riss die Zuhörer mit.

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Am Schluss gibt es sogar stehende Ovationen

Tony Grace überzeugte durch ihren sehr persönlichen Ansagen, ihrer souligen Stimme und ihrer Energie. Wenn sie Gefühle wie Sehnsucht und Schmerz in ihre Stimme packte, ging das unter die Haut. Gänsehautfeeling kam auf, als sie in einer melodisch und weich gesungenen Ballade von einem überwundenen Schicksalsschlag sang.

Taylor Chess dagegen gewann die Zuhörer mit seiner quirligen witzigen Art, seinem gepflegt-charmanten Frankfurterisch und seiner warmen bluesigen Stimme für sich. Der Deutschamerikaner, der aktuell in der Stadt am Main lebt, sang von seinem Weg zwischen beiden Ländern, von seinen Träumen. Dazu begleitete er sich lässig auf der Akustikgitarre. Spontan lud Taylor Chess seine drei Künstlerkollegen auf die Bühne. Als sie die Liebesballade "Let mo go" zur Akustikgitarre anstimmten, sangen viele Zuhörer die Refrains mit.

Yvonne Siefer schließlich nahm das Publikum mit ihrer schönen Stimme, ihrer Intensität und ihrer positiven Ausstrahlung für sich ein. Ein bisschen erzählte sie von ihrem wenige Wochen alten Söhnchen und teilte ihr Glück mit dem Publikum. Vor allem aber verzauberte sie die Menschen mit ihren träumerisch schönen Balladen. Wie viel Kraft in dieser zarten Frau steckte, merkte man, als sie mit wandelbarem Timbre und viel Ausdruck Jazzballaden sang, zum Beispiel von der Norwegerin Rebekka Bakken. Beim Lied "I will never forget" aus der Feder von Richard Geppert harmonierte ihre Stimme mit der von Alexander Sehringer. Am Schluss freuten sich alle Sänger und ihre Lehrer Geppert und Schultz über den stürmischen Applaus der Zuhörer.

Autor: ouk