Rund 700 künstliche Befruchtungen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. Januar 2018

Basel

Die Reproduktionsmedizin des Unispitals Basel hat einen neuen, größeren Standort bezogen.

BASEL (BZ). Die Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie der Frauenklinik am Universitätsspital Basel (USB) hat einen neuen Standort bezogen, heißt es in einer Mitteilung. "Dass unser Team nun in Basel einen neuen Standort eröffnen darf, macht mich stolz. Das hätte ich mir nicht erträumen lassen", lässt sich Professor Christian De Geyter, Chefarzt Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie (RME) der Frauenklinik am USB, in der Mitteilung weiter zitieren. Bisher war das Team im Klinikum 1 an der Spitalstraße 21 tätig. Nun werden die Dienstleistungen rund 1,5 Kilometer westlich in der Vogesenstraße 134 in der Nähe des Bahnhofs St. Johann angeboten. Die auf dem USB-Areal freiwerdenden Räumlichkeiten sollen von anderen Einheiten der Frauenklinik bezogen werden.

Am neuen Standort stellt die RME ein umfassendes, multidisziplinäres Angebot bereit. Das Angebot beinhalte unter anderem die Abklärung der Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit (Unfruchtbarkeit und Zeugungsunfähigkeit), künstliche Befruchtung, gynäkologische Endokrinologie, operative Behandlungen sowie das Einfrieren von Eizellen, Spermien und Gewebeproben. Diese Dienstleistungen werden auf 1600 Quadratmetern erbracht, womit die Fläche gegenüber früher mehr als verdoppelt wurde. Neu stehen auch doppelt so viele Behandlungszimmer und viermal so viele Zimmer für pflegerische Dienste zur Verfügung. Dieses großzügigere Setting biete auch die Chance, Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch mit mehr Diskretion zu begegnen. Außerdem wurde das Labor vergrößert und die Laborausstattung modernisiert. In den partikelfreien Räumen werden alle Proben kontinuierlich überwacht. Die Umbauarbeiten begannen im September 2016 und wurden termingerecht im Dezember 2017 beendet. Die Kosten betrugen rund zehn Millionen Franken. Das Team der RME hat 2016 rund 700 künstliche Befruchtungen durchgeführt, die meisten mit dem Verfahren der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion, also dem Einspritzen der männlichen Samenzelle in die weibliche Eizelle, aber auch via In-vitro-Fertilisation und intrauterine Insemination, also der Samenübertragung direkt in die Gebärmutter.

Die Lebendgeburtenrate betrug rund 33 Prozent pro Behandlungsversuch. Mit der modernen Infrastruktur, der engen Zusammenarbeit mit den Disziplinen Urologie, Onkologie, Schwangerschaftsmedizin und medizinische Genetik sowie dank dem revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz verbessern sich die Chancen, Kinderwünsche zu erfüllen, beträchtlich, heißt es weiter.