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26. Juni 2012

Rundum gelungenes Festwochenende

1250 Jahre Forchheim: Patrozinium, Musik, Geschichtliches und Unterhaltung prägten das traditionelle Johannifest.

  1. Forchheim. Der Prozessionszug in der Herrenstraße. Foto: Roland Vitt

  2. Festwochenende in Forchheim: Am Sonntag gab es zunächst eine farbenprächtige Prozession durch den geschmückten Ort, am Nachmittag dann gemächliche Bähnle-Fahrten durchs Dorf, viel Blasmusik und zum Abschluss am Abend das traditionelle Johannifeuer. Foto: Roland Vitt

  3. Forchheim. Vier Blasmusikkapellen gestalteten den diesjährigen Blasmusikerhock des Musikverein Forchheim änlässlich des Johannifest. Hier die Trachtenkapelle Yach. Foto: Roland Vitt

  4. Forchheim. Das Johannifest endete am Sonntagabend mit dem entzünden des Johannifeuer. Trotz EM-Fußballspiel waren viele Gemeindemitglieder gekommen. Foto: Roland Vitt

FORCHHEIM. Mit einem üppigen Programm feierte die Gemeinde Forchheim am Wochenende nicht nur Patrozinium, sondern auch 1250 Jahre erstmalige urkundliche Erwähnung. Das ganze Dorf präsentierte sich mit Blumen geschmückt und in festlichem Glanz. Viele Gäste aus der ganzen Region feierten mit. Die Organisatoren und zahlreichen Helfer konnten sich am Ende über ein rundum gelungenes Festwochenende freuen.

Begonnen hatte das Festwochenende mit dem offiziellen Festakt am Samstag (siehe bereits BZ vom Montag). Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des bei Forchheimern wie Auswärtigen beliebten "Johannifestes" mit feierlichem Festgottesdienst, Prozession, Musikerhock, Kirchenführungen, Vortrag, Ausstellung zu frühgeschichtlichen Funden und dem Johannifeuer am Abend.

Früh aufstehen hieß für die Anwohner der Prozessionsstraßen, galt es doch, die Häuser zu schmücken und die Straßen sauber zu halten. Da und dort sah man mit viel Liebe zum Detail gestaltete, reich verzierte kleine Hausaltäre. Als um 9.15 Uhr die Kirchenglocken zum Festgottesdienst läuteten, war das Gotteshaus bereits gut besetzt. Domkapitular Dr. Peter Kohl, die Pfarrer Ekkehard Baumgartner und Rémi Purzeau, Diakon Wolfgang Meyer und die Ministranten zogen zum Orgelspiel feierlich in die Kirche ein. Hier konnte Baumgartner als besondere Gäste Bürgermeister Johann Gerber, Altbürgermeister Helmut Eitenbenz, Gemeinderäte sowie eine stattliche Anzahl von Pfarrgemeinderäten aus der Seelsorgeeinheit willkommen heißen. Der Kirchenchor unter der Leitung von Armin Hämmerle verlieh der Festmesse eine besondere Note, an der Orgel begleitet von Kirchenmusikerin Lydia Schimmer. Links neben der Orgel der Kirchenchor, rechts daneben der Musikverein – da wurde es auf der Empore allerdings schon eng, doch der Platz reichte für den Chor zum Singen wie für die Musiker zum Spielen. Die Festpredigt hielt Domkapitular Peter Kohl. "Unseren Glauben und unser Leben miteinander teilen und feiern", war seine Botschaft an die Gemeinde. Kohl ging auch auf die Lebensgeschichte des Kirchenpatrons ein.

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Für den Domkapitular war es ein Wiedersehen mit der Gemeinde, denn Anfang der 90er-Jahre hatte er dreieinhalb Jahre hier im Pfarrhaus gewohnt. Er erinnere sich gerne an jene Zeit", so Kohl.

Die anschließende Prozession, angeführt von den Ministranten mit Fahnen und dem Musikverein, führte über die Herren-, Wyhler-, Adler- und Kronenstraße vor die Kirche, wo der Abschluss stattfand. An der Prozession beteiligten sich Vereine, Feuerwehr und Landjugend – sie hatten die St. Johannes Statue mitgetragen – sowie Kommunion- und Kindergartenkinder, Gemeinde und Gäste.

Der Musikverein Forchheim mit seinem Vorsitzenden Fabian Spuller an der Spitze verlieh nach dem Festgottesdienst und der Prozession beim Musikerhock dem Johannifest eine besondere Note. Die Schwarzwälder Trachtenkapelle Yach, gefolgt von den Jungmusikern aus Riegel, dem Musikverein Denzlingen und dem Musikverein Katzenmoos waren Garanten für gute musikalische Unterhaltung und sorgten von 12 Uhr bis in den Abend hinein für fetzige und schwungvolle Blasmusik. Dabei boten sie ein vielseitiges Repertoire. Die Jungmusiker aus Riegel standen den "Großen" in nichts nach. Jede Kapelle spielte rund eineinhalb Stunden lang. Bei Musik, Essen, Trinken, netten Gesprächen und geselligem Miteinander verging die Zeit wie im Flug. Programmpunkte an diesem Nachmittag gab es mehr als genug.

Forchheim einmal anders erleben konnte man bei Rundfahrten mit dem Badenova-Bähnle. Richard Werneth, Otmar Binder, Andreas Gerber und Edmund Weis, die für das Bähnle verantwortlich zeichneten, hatten den richtigen "Riecher". Alle sieben Fahrten zwischen 12 und 18 Uhr waren "ausgebucht", beide Waggons waren immer mit bis zu 40 lustigen Fahrgästen besetzt. Gemächlich schlängelte das Bähnle durch den Ort bis hinaus zu den Jäger- und Weingartenhöfen, während die vier "Reiseführer" ihre Gäste mit ihren Erläuterungen und Erzählungen auf eine Reise in die Vergangenheit und wieder zurück in die Gegenwart der Gemeinde mitnahmen. Auf den Weingartenhöfen gab es einen zehnminütigen Aufenthalt mit Informationen zu den Höfen, aber auch zur Stärkung.

Das letzte große Highlight des Fests war bei Einbruch der Dunkelheit das Entzünden des Johannifeuers auf dem großen Parkplatz gegenüber der Festhalle mit Gebeten, Gesängen, Brot und Wein. Pfarrer Rémi Purzeau sprach das Segensgebet, Pfarrer Emerich Sumser begleitete auf der Gitarre die Gesänge. Den Holzstapel hatte nach alter Tradition, die Landjugend Forchheim aufgestapelt.

Mehr Fotos vom Fest gibt es unter http://mehr.bz/johannifest.

Autor: Roland Vitt