Waffenbericht

Russische Firmen verkaufen mehr Waffen

André Anwar

Von André Anwar

Di, 11. Dezember 2018 um 12:09 Uhr

Wirtschaft

Die Unternehmen aus dem osteuropäischen Land sind nach den US-Firmen zweitgrößter Rüstungsproduzent.

Laut dem jährlichen Waffenbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes Sipri sind die Umsätze mit Rüstungsgütern 2017 weiter angestiegen. Rüstungsunternehmen aus Russland und der Türkei verzeichneten dabei besonders hohe Zuwächse. US-Unternehmen bleiben führend.

Die hundert größten Waffenkonzerne erhöhten weltweit ihre Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 398,2 Milliarden Dollar (349,6 Milliarden Euro). Die gesamten Haushaltseinnahmen der Bundesrepublik Deutschland lagen 2017 mit 330,4 Milliarden Euro knapp darunter. Seit 2002 sind die Umsätze der 100 größten Rüstungsunternehmen um 44 Prozent angestiegen.

Im vergangenen Jahr machten vor allem Waffenproduzenten aus den USA und Russland bessere Geschäfte. Die USA stehen mit insgesamt 42 Waffenfirmen und einem globalen Marktanteil von 75 Prozent wieder mit Abstand auf Platz eins. Zusammen konnten sie ihren Umsatz 2017 um zwei Prozent auf 226,6 Milliarden Dollar erhöhen.

"US-Unternehmen profitieren direkt von der gesteigerten Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums", sagte Aude Fleurant von Sipri. Lockheed Martin bleibt dabei der größte Waffenproduzent der Welt mit einem Umsatz von 44,9 Milliarden Dollar.

Russische Rüstungsfirmen verdrängten 2017 erstmals seit 15 Jahren britische Unternehmen von Platz zwei. Die 10 größten russischen Rüstungsfirmen steigerten ihre Verkäufe um 8,5 Prozent auf 37,7 Milliarden Dollar. Das ist ein Marktanteil von 9,5 Prozent unter den 100 größten Rüstungsunternehmen der Welt. Die Zunahme habe mit dem damals verabschiedeten, umfangreichen Modernisierungsprogramm für die teils veraltete Ausrüstung der russischen Streitkräfte zu tun, erklärte Sipri. Russland strukturiert seit 2007 seine Rüstungsindustrie um. So sollen sich Firmen zu größeren, effektiveren Einheiten zusammenschließen, die sich jeweils auf ein Rüstungsgebiet spezialisieren.

Britische Waffenfirmen, mit BAE Systems an der Spitze, blieben 2017 knapp hinter den russischen zurück: Sie haben einen Marktanteil von 9 Prozent. Dann folgen auf Platz vier sechs französische Rüstungsunternehmen mit einer Umsatzsteigerung von 11 Prozent auf 21,3 Milliarden Dollar und einem Marktanteil von 5,3 Prozent.

Gepanzerte Fahrzeuge aus Deutschland für Katar

Erst auf Platz sieben kommt Deutschland mit seinen vier größten Waffenproduzenten. Diese konnten ihren Waffenverkäufe um 10 Prozent auf 8,3 Milliarden Dollar steigern. Dies vor allem dank einer kräftigen Umsatzsteigerung bei Krauss-Maffei Wegmann (KMW) um 61 Prozent. Ein wichtiges Geschäft war dabei der Verkauf von Panzern und anderen militärischen Fahrzeugen nach Katar.

Auch türkische Rüstungsunternehmen expandieren. Ihre Umsätze legten 2017 um 24 Prozent zu. "Die Türkei will ihre Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten verringern", teilte das Friedensforschungsinstitut mit.