Edeka-Markt mit 1350 Quadratmetern kann kommen

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Fr, 22. September 2017

Rust

Im Obergeschoss des Marktes soll ein sogenanntes Boardinghouse, ein Zuhause auf Zeit, entstehen / Am Montag Thema im Rat.

RUST (fi). In der Region taucht der Begriff "Boardinghouse" in Bebauungsplänen selten auf. Nicht so in Rust. Laut Bebauungsplan für das Sondergebiet Oberfeld sollen Boardinghouses möglich werden.

Unter Boardinghaus verstehen die Städteplaner möblierte Apartments mit Kochgelegenheit aber auch mit hotelähnlichen Leistungen für kurz- und mittelfristige Nutzung etwa für Geschäftsleute oder Monteure. Im deutschen Sprachraum wird solch ein Angebot auch "Zuhause auf Zeit" genannt. Als Boardinghouse soll künftig auch das mehrstöckige Gebäude im Gewerbegebiet Oberfeld geführt werden, in dessen Erdgeschoss einmal ein großflächiger Edeka-Markt einziehen wird. Weil für das Boardinghouse im erst im Dezember beschlossenen Bebauungsplan ein Nachweis an Stellplätzen nicht festgeschrieben ist, muss das Bebauungsplanverfahren für das Quartier noch einmal aufgerollt werden. In der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag (19 Uhr, Bürgersaal) wird die Verwaltung die entsprechenden Ergänzungen erläutern. Während der Bebauungsplan ein Boardinghouse zulässt, soll der Bau von Hotels, Wohnungen und Ferienwohnungen nicht möglich sein.

Herzstück im Bebauungsplan bleibt aber der Lebensmittelmarkt selbst. Über Jahre hatten Investor und Gemeinde für die Möglichkeit, im Bereich Oberfeld einen Edeka-Markt anzusiedeln gekämpft. Mit 1350 Quadratmetern Verkaufsfläche sollte dieser deutlich größer werden als der vorhandene Lebensmittelmarkt in der Alemannenstraße (knapp 800 Quadratmeter). Der Regionalplan hat bisher der Gemeinde die Ansiedlung von Märkten mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche verwehrt, weil Rust als sogenannter Eigenentwicklergemeinde gilt, also nur die Versorgung der eigenen Bevölkerung garantieren müsse.

Das Gegenargument: Mit mehr als fünf Millionen Europa-Park-Besuchern weise die Gemeinde ein Alleinstellungsmerkmal auf. Auch Tausende von Parkbesuchern müssten täglich versorgt werden. Die Regionalplaner folgten nunmehr dieser Argumentation und gaben grünes Licht für einen größeren Markt. Allerdings: Der bisherige Standort bleibt für Lebensmittler tabu.