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Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Fr, 03. August 2018

Rust

Staatssekretär Andre Baumann lobt das Engagement der Gemeinde Rust für den Naturschutz / Besuch im Naturzentrum Rheinauen.

RUST. Nicht zum ersten Mal war Umwelt-Staatssekretär Andre Baumann in dieser Woche Gast in Rust. Zunächst stand ein Besuch im Naturzentrum mit Klimawandelgarten an, das als Vorzeigeprojekt für die Konversion einer ehemaligen Deponie gilt. Danach ging es noch in den Europa-Park.

Bürgermeister Kai-Achim Klare begrüßte den Staatssekretär, der gemeinsam mit der Grünen-Landtagsabgeordneten des Wahlkreises, Sandra Boser, nach Rust gekommen war und stellte das pädagogische Konzept, Aufgaben und Ziele des Naturzentrums Rheinauen vor. Baumann war nach eigenen Angaben bereits mehrere Male in Rust, um sich über die Entwicklung der Gemeinde, des Europa-Parks und der Projekte zu Natur-, Arten- und Landschaftsschutz zu informieren. Zuletzt hatte sich Baumann vor drei Wochen zusammen mit der Finanzstaatssekretärin Gisela Splett ein Bild über den Stand der Ersatzwiesenwässerung im Naturschutzgebiet Elzwiesen gemacht. Diese ökologische Ausgleichsmaßnahme ist Teil der Auflagen für den Bau des dritten Tiefbrunnens des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau. Die Genehmigung zum Bau liegt inzwischen vor.

"Wir haben hier klein angefangen", sagte Klare rückblickend. Der Grundgedanke, Menschen jeden Alters für Naturschutz zu sensibilisieren, sei immer gleich geblieben. Umweltpädagogik, Naturschutz und Forstwirtschaft seien die Schwerpunkte. Durch die Kooperation mit Schulen und Kindergärten werde besonders Kindern die Werthaltigkeit der Schutzgebiete Taubergießen und Elzwiesen nahe gelegt. Im vergangenen Jahr besuchten 30 456 Besucher das Naturzentrum, mehr als die Hälfte davon (18 314) seien Schülerinnen und Schüler gewesen, die im Bereich der Umweltpädagogik unterrichtet wurden.

Behutsame Besucherlenkung durchs Naturschutzgebiet

Mit dem erst kürzlich installierten Naturschutzzentrum am Alten Zollhaus am Rhein bei Kappel, das von der promovierten Biologin Bettina Saier geleitet wird, werde "Naturschutz in reinster Form" (Klare) praktiziert. Ziel sei es auch, die Besucherströme besser zu lenken. Die Zusammenarbeit mit den Fach- und Naturschutzbehörden sowie dem Europa-Park habe sich bewährt, die interkommunale Zusammenarbeit werde sich noch intensivieren, kündigte Klare an.

Die Elzrenaturierung sei eines der großen Projekte, das seit sechs Jahren von den Gemeinden der Region gemeinsam umgesetzt werde. Beim artenschutzrechtlichen Ausgleich in der Fläche für bedrohte Tierarten stoße man mitunter auf Probleme, stellte Klare fest. "Mit den Schutzgebieten Taubergießen und Elzwiesen haben wir einen Schatz, den es in Süddeutschland nicht ein zweites Mal gibt", sagte Baumann und lobte das außergewöhnliche Engagement der Mitarbeiter des Zentrums und der vielen Unterstützer. Bei einem Gang durch den Klimawandelgarten und auf den Aussichtsturm bei etwa 30 Grad bemerkte Baumann, dass der Klimawandel bereits angekommen ist und damit die Landschaft verändern wird. Die Zunahme der Wetterextreme nach oben sei deutlich spürbar.