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15. November 2017

Ein richtungsweisender Beschluss

Rusts Gemeinderat hat sich für den Bau einer neuen Sport- und Mehrzweckhalle für 8,7 Millionen Euro ausgesprochen.

  1. Viel Holz und Glas: So soll die neue Halle aussehen. Foto: Visualisierung: Architektenbüro Erny

RUST. Der Beschluss zum Bau der neuen Sport- und Mehrzweckhalle in Rust ist für die Gemeinde richtungsweisend. Das betonte Bürgermeister Kai-Achim Klare in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats im Anschluss an die Entscheidung. Ines Liebchen vom Projektbegleiter Drees & Sommer in Stuttgart und Architekt Günter Erny vom gleichnamigen Büro in Rust hatten dem Gremium das Projekt im Entwurfsstadium vorgestellt.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich einschließlich der Mehrwertsteuer auf rund 8,7 Millionen Euro. Rund 5,7 Millionen Euro entfallen davon auf den Baukörper. Noch in diesem Jahr wird der Bauantrag gestellt, im kommenden Jahr ist Baubeginn, im Jahr 2019 soll die neue Halle mit dem alten Namen "Rheingießenhalle Rust" in Betrieb gehen können.

Wirtschaftliche Gründe sprachen für den Neubau einer Halle, hatte Klare einführend gesagt. Die Sanierung der alten Rheingießenhalle sei im Vergleich zu den Kosten eines Neubaues unwirtschaftlich gewesen. Das Projekt sei das Resultat eines intensiven Beteiligungsprozesses der ganzen Gemeinde. Man habe versucht, alle Bedarfe von Vereinen, Schule und Bürgern abzubilden, sagte Klare. Die Halle sei nicht billig, aber auch nicht teuer im Vergleich zu anderen Projekten. Mehrkosten seien zum Beispiel durch das Lüftungssystem der Küche, höhere technische Standards der Einrichtungen, Notstromversorgung und Anschlüssen an das spätere Kultur- und Bürgerhaus entstanden. Die Marktsituation im Baugewerbe, die Lage im Ort und die Nachhaltigkeit des Gebäudes seien Gründe für Mehrkosten. Dennoch seien die Kosten auf verträglichem Niveau, wie der Rat feststellte. Rund 100 000 Euro erwartet die Gemeinde aus Mitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

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Architekt und Planer Günter Erny, selbst Gemeinderat in Rust, erläuterte die technischen Standards der neuen Halle, die nördlich des Ellenweges gebaut wird. Auf der gegenüberliegenden Seite des Weges ist das Bürger- und Kulturhaus der Gemeinde vorgesehen.

Viel heimisches Holz und Glas bestimmen die Optik des Baukörpers. Die Unterkonstruktion sowie der niedrige Vorbau der Halle sind Betonkonstruktionen. Der Vorbau dient gleichzeitig als Haupteingang mit Foyer, Küche, Garderobe und Tagungsraum und lässt die sich anschließende Dreifeld-Sporthalle mit den Innenmaßen 24 mal 46 Metern nicht so massiv erscheinen. Eine feste Tribüne ist nicht vorgesehen. Mit der sogenannten kalten Nahwärmeversorgung kann die Halle beheizt, aber auch gekühlt werden. Eine effektive Lüftung sei auch wegen der Innerortslage gefordert, meinte Erny.

Dringend notwendig für den Schulsport

Für Karl-Heinz Debacher (SPD), Rektor der Gemeinschaftsschule, ist der Neubau für den Schulsport dringend notwendig, weil der Sportunterricht bei zunehmenden Schülerzahlen leiden würde. Ewald Scherer (FW) legte Wert darauf, die Kostenkalkulation dezidiert darzustellen. Hans-Dieter Busch (FW) entwickelte rückblickend Sympathie für den Hallenwart, der gute Arbeit geleistet habe. Zuspruch kam auch von Andreas Link (CD), man habe vorausschauend geplant. Christian Fix (CDU) verwies auf die Haushaltsberatung am 2. Dezember, bei der die Finanzierung des Projektes zu klären sei.

Autor: Adelbert Mutz