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15. Oktober 2009
Europa-Park gibt Gas
Russischer Energieriese Gazprom ist neuer Kooperationspartner des Europa-Park s / Mehr als vier Millionen Besucher in diesem Jahr.
RUST. Der Europa-Park gibt Gas. Dieser Slogan des Familienunternehmens ist seit gestern doppeldeutig: Denn er steht nicht mehr nur für ein furioses Wachstum an Attraktionen und jährlicher Besucherzahl, die in diesem Jahr wohl erstmals schon zum Ende der Sommersaison die Vier-Millionen-Schallmauer durchbrechen wird. Er steht auch für den neuen Kooperationspartner, den russischen Energieriesen Gazprom. Sein Unternehmen habe mit Gazprom einen Kooperationsvertrag für fünf Jahre abgeschlossen, erklärte Parkchef Roland Mack gestern vor der Presse.
Die neue Partnerschaft wird sich zunächst im Themenbereich Island zeigen, wo der Energieriese in unmittelbarer Nähe zur Looping-Achterbahn Blue Fire Megacoaster (Mack: "Bereits zwei Millionen sind die Bahn gefahren") im isländischen Themenbereich mit dem Europa-Park eine dreistöckige Veranstaltungs-und Informationshalle errichten wird. In dieser Multifunktionshalle wird sich Gazprom auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern mit einer interaktiven Ausstellung zum Thema Energie präsentieren. "Zu unseren zentralen Geschäftsfeldern zählen Erdgashandel, Erdgasförderung und Erdgasspeicherung. Wir wollen den Millionen Besuchern diese, unsere Leistung vorstellen und zeigen, welch großer technischer Aufwand und wie viel Ingenieurkunst dahintersteckt. Bei Letzterem passen Europa-Park und unser Unternehmen hervorragend zusammen," erklärte gestern Claus Bergscheider, Chef von Gazprom Germania.Werbung
In der Halle wird zudem ein Tagungszentrum eingerichtet, das aus Konferenzbereichen und Gastronomie bestehen wird. Es soll vorrangig Wirtschaftsunternehmen zur Verfügung stehen und werde von Gazprom als Ort für Tagungen, Kongresse und Präsentationen genutzt.
"Energie und Gas, die den Parkbesuchern vom Sommer 2010 an in Form einer Erlebniswelt nähergebracht werden, passen ideal zu einer energiegeladenen und spannungsvollen Achterbahn", hob auch Roland Mack die gemeinsame Basis für die Partnerschaft hervor. Bei der Suche nach neuen strategischen Kooperationen, die für den Europa-Park wichtige Meilensteine auf dem Weg zu mehr Wachstum sind, sei der Park auch mit anderen Energieunternehmen, etwa der EnBW oder Siemens in Verhandlungen gewesen, letztlich habe das Konzept von Gazprom überzeugt. Nach Informationen der BZ steht der Park schon seit drei Jahren in engem Kontakt mit dem russischen Energieriesen. Die Kooperation sei bis auf wenige Detailfragen schon seit einem Jahr in trockenen Tüchern, weshalb die Macks bei der Farbgebung des Blue Fire Megacoaster ganz bewusst die Gazprom-Farbe Blau gewählt hatten.
Roland Mack machte vor der Presse derweil auch deutlich, dass der Hauptsponsor des Fußball-Bundesligisten Schalker 04 am Park selbst finanziell nicht beteiligt sei. Einfluss auf das Freizeitunternehmen habe der Konzern aus Russland nicht. Über den finanziellen Umfang der vereinbarten Zusammenarbeit, die zunächst auf fünf Jahre befristet ist, aber eine Option auf weitere Kooperationen beinhalte, schwiegen sich Roland Mack wie auch Gazprom-Geschäftsführer Bergscheider gestern aus. Mack bestätigte allerdings, dass Gazprom der größte Werbepartner seit Gründung des Parks vor 34 Jahren ist. Zu den Partnern zählen bereits Coca-Cola, der Nahrungs- und Genussmittelhersteller Kraft Food, Mercedes, der Eis-Hersteller Schöller, Nestlé oder Adidas.
Roland Mack hatte zwei Tage nach der Partynacht aus Anlass seines 60. Geburtstages und vor der Präsentation der neuen Partnerschaft bereits mit neuen Superlativen zur Sommersaison 2009 des Europa-Park glänzen können. "Das wird die beste Saison, die der Park bisher hatte", freute sich Mack. Er sieht bei der Besucherzahl bereits zum Ende der Sommersaison die Vier-Millionen-Schallmauer fallen. Addiere man dann noch die Besucher der "Wintersaison" hinzu, werde es in diesem Jahr einen neuen Besucherrekord geben. Auch bei den Übernachtungen in den Hotels des Parks "sind wir stramm in Richtung einer Million Übernachtungsgäste unterwegs" (Mack). Eine Zahl, auf die der Parkchef besonders stolz verweist, sind die 80 Prozent an Europa-Park-Besuchern, die Wiederholer seien.
Dass sich auch für Wiederholer ein Europa-Park-Besuch immer wieder lohne, investiere der Park nicht nur in ganz neue Projekte wie es beispielsweise jetzt die Gazprom-Partnerschaft bringe, sondern es werden auch vorhandene Infrastruktur und die Themenbereiche ausgebaut und verbessert, kündigte Mack an. Für die nächste Saison wird im Tipidorf ein Western-Saloon mit Veranstaltungs- und Gas-trobereich entstehen, im portugiesischen und im italienischen Themenbereich wird ebenfalls der Gastrobereich ausgebaut. "Island" erhält eine Station der Monorailbahn, deren Fuhrpark um drei weitere Züge erweitert wird. Dadurch kann der isländische Themenbereich dann auch per Bahn direkt vom Haupteingang aus erreicht werden.
An der Nordostseite des Island-Bereichs wird überdies ein Familienbereich mit einer interaktiven Bootsfahrt entstehen. Mack: "Wir wollen im Park nicht nur die außergewöhnlichen Highlights, wir wollen ein ausgewogenes Angebot für die ganze Familie. Auch das Festhalten an diesem Credo zeichnet unseren Park aus".
Autor: Klaus Fischer
