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13. September 2017

Gute Erinnerungen an Rust

LAND & LEUTE: Martin Djegbate war in der Ferienzeit der Pfarrer für die Seelsorgeeinheit Rust.

  1. Pfarrer Martin Djegbate Foto: Adelbert Mutz

RUST. Pfarrer Martin Djegbate aus dem westafrikanischen Staat Benin ist während der Ferienzeit von 1. August bis 10. September in der priesterlichen Mitarbeit in der Seelsorgeeinheit Rust tätig gewesen. Während der Abwesenheit von Pfarrer Michael Gartner übernahm er auch dessen Tätigkeit. Er erzählt im Gespräch mit der Badischen Zeitung von den positiven Erfahrungen während seiner sechswöchigen Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit.

Nach Eugène Houndekon und Abbe Jean Kinnoumé ist Djegbate bereits der dritte Priester aus Benin, der als Ferienvertreter das Seelsorgeteam in Rust bei Gottesdiensten und seelsorgerischen Aufgaben unterstützte. Er wohnte in der Gästewohnung im Pfarrhaus und hatte dort auch ein eigenes Büro. Der Kontakt nach Rust erfolgte über Bischof Eugène Houndekon.

Der 40-jährige Pfarrer aus Benin spricht gut deutsch, seine Muttersprache ist französisch. "Ich habe mich sehr wohl gefühlt", sagt er über seine Zeit in Rust. Von Anfang an habe er die menschliche Wärme der Menschen gespürt, "das war sehr wichtig für mich", so Djegbate. Die vielen Begegnungen mit den Menschen betrachte er als großen Gewinn, von Anfang an sei er gut aufgenommen worden.

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Die Festigung der deutschen Sprache sei auch ein Ziel des Aufenthaltes gewesen. Etwas schwieriger war es mit dem heimischen Dialekt, aber auch damit sei er gut zurecht gekommen. Der Besuch im Europa-Park habe ihn sehr beeindruckt: "Das ist eine Stadt in der Stadt, eine andere Welt", sagt er. Nach dem Aufenthalt in der Seelsorgeeinheit Rust reiste der Pfarrer wieder nach München, wo er an der Uni promoviert. Sein Thema: Von der Kultur der Aggression zur Feindesliebe – eine friedensethische Analyse am Beispiel der Lebenswelt der Volksgruppe der Fon; rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung in Benin gehören ihr an.

Kontakte in der Großstadt München seien nicht so intensiv wie in den kleineren Gemeinden der Seelsorgeeinheit. Nach Rust würde er gerne wieder kommen, die Menschen seien hier sehr freundlich, wiederholte Pfarrer Djegbate noch einmal in seinem letzten Gottesdienst in Ringsheim.

Martin Djegbate, 1977 geboren, wuchs mit vier jüngeren Geschwistern, zwei Schwestern und zwei Brüdern, in Baname, einem kleinen Ort in Benin auf und besuchte dort auch die Schule. Bereits mit neun Jahren hat er sich für den Priesterberuf entschieden, erzählt er. Nach der Schule wechselte er im Alter von 13 Jahren direkt in das Priesterseminar. Im Jahr 2000 legte er sein Abitur ab, danach folgte ein achtjähriges Studium mit Praktikum. 2008 schloss er das Studium ab und wurde zum Priester geweiht, und in seiner Heimatgemeinde Baname wurde Primiz gefeiert. Danach war Djegbate ein Jahr in der Stadt Bohicon als Kaplan. Zwei weitere Jahre war er dort Sekretär von Eugène Houndékon, Bischof von Aboney. Danach betreute er drei Jahre eine Gemeinde in seiner Heimat. Mit einem Stipendium in der Tasche kam Djegbate im November 2014 mit Ziel, zu promovieren, nach München. Dem Studium an der Uni ging ein einjähriger Deutschkurs voraus.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre möchte Martin Djegbate seine Doktorarbeit abschließen.

Benin

Benin ist ein Staat in Westafrika mit rund 11 Millionen Einwohnern, etwa 40 Prozent gehören der Gruppe der Fon, der dominierenden Bevölkerungsgruppe an. Hauptstadt ist Porto Novo. Etwa die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich zum Christentum. Der langjährige Kontakt der Seelsorgeeinheit Rust nach Benin resultiert auch aus der Arbeit des Vereins "Entwicklung durch Teilung" in Kappel-Grafenhausen. Mehrere Hilfstransporte in den vergangenen Jahren wurden zur Unterstützung von Straßenkindern und jungen Frauen in Frauenhäusern nach Benin verschickt.  

Autor: amu

Autor: Adelbert Mutz