Löschwasser aus der Blinden Elz

Bernhard Rein

Von Bernhard Rein

Mo, 20. April 2015

Rust

Frühjahrsübung der Feuerwehr: Brand in einer Lagerhalle.

RUST. Die landwirtschaftliche Lagerhalle von Gemeinderat Benjamin Peter im Gewann Kühläger ist nagelneu und wurde am Samstag zum Einsatzszenario der Frühjahrsübung der Freiwilligen Feuerwehr und des DRK-Ortsvereines. Vorweg genommen: Die Feuerwehrmänner um Kommandant Peter Stephan und die DRK-Aktiven um Bereitschaftsführer Gerhard Klausmann meisterten die Übungsannahme mit Bravour, alle vermeintlichen Verletzten konnten professionell gerettet und versorgt werden.

Sonnig, leichter Wind aus Westen: Die vorhergesagte Wetterlage von Kommandant Peter Stephan sollte auch in diesem Jahr, nach dem Volltreffer im letzten Jahr, auch wieder stimmen. Ein Umstand, der den Kommandanten scherzen ließ, ob er seine Brötchen in Zukunft als Wetterfrosch verdienen sollte.

Vorbeigehende Spaziergänger, so Stephan bei der Vorstellung der Übung vor Bürgermeister Kai-Achim Klare, Gemeinderäten und Zuschauern, bemerkten aufsteigenden schwarzen Rauch im Dachbereich des Ökonomiegebäudes in Stahlkonstruktion. Die Fußgänger alarmierten die integrierte Leitstelle in Offenburg, diese löste den Sirenenalarm aus. Zwei Fußgänger hörten beim näheren Erkunden ein Husten und Lebenszeichen aus der Halle und verschafften sich Zugang in das Gebäude, um zu helfen.

Mit Blaulicht und Martinshorn trafen die Einsatzkräfte am Übungsort ein und schnell war klar, dass niemand genaue Angaben über den Verbleib der helfenden Spaziergänger machen konnte.

Die Gruppe vom Löschfahrzeug LF 42/1 mit ihrem Gruppenführer Fabio Leidner machte sich unter Atemschutz zum Innenangriff klar und baute eine Wasserversorgung vom Unterflurhydranten an der Kreuzung Austraße / Sändleweg zum Einsatzfahrzeug auf. Das Team vom Löschfahrzeug LF 42/2 mit Gruppenführer Christian Bachmann stellte den Sicherungstrupp für den Innenangriff zur Verfügung und verlegte eine rund 200 Meter lange Schlauchleitung zur Blinden Elz beim Schützenhaus aus. Dort wurde mit der Pumpe TS8/8 eine offene Wasserentnahme aufgebaut. Diese diente der Hubarbeitsbühne 36 zur Kühlung der Stahlkonstruktion von oben. Diese Maßnahme diente auch der Eigensicherung der Wehrmänner, da Stahl einen relativ niedrigen Schmelzpunkt hat. Mit der Kühlung sollte das Einknicken der Halle verhindert werden, zum Schutz von Verletzten und Einsatzkräften.

Der Atemschutztrupp konnte die drei Verletzten mit Quetschwunden, Verbrennungen und Rauchgasvergiftungen retten und direkt an die Helferinnen und Helfer der DRK-Bereitschaft übergeben, die sofort eine Erstversorgung vornahmen. Einsatzleiter der gesamten Übung war der stellvertretende Kommandant, Florian Bachmann.

Aufmerksame Übungsbeobachter waren auch Feuerwehrabschnitts-Kreisbrandmeister Thomas Happersberger, zuständig für den Großraum Lahr und Schuttertal, sowie Markus König von der Werksfeuerwehr des Europa-Parks.

Bei der anschließenden Übungsbesprechung dankte Bürgermeister Kai-Achim Klare den Einsatzkräften für ihre professionelle Hilfe und ihr selbstloses Engagement, die Übung sei ohne Kritik perfekt abgelaufen. DRK-Bereitschaftsführer Gerhard Klausmann freute sich über die reibungslose Zusammenarbeit und Markus König vom Europa-Park stellte fest, dass die Werkfeuerwehr des Parks mit der Freiwilligen Feuerwehr Rust einen gut gerüsteten und einsatzstarken Partner habe.