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31. Januar 2012 19:22 Uhr

Hingucker für Ferngucker

Rust gönnt sich einen Aussichtsturm für 270.000 Euro

In Rust soll bald ein hölzerner Aussichtsturm für freie Aussicht sorgen. Gespart wird dabei nicht: Auf der überdachten Plattform wird eine komplette Schulklasse Platz finden.

  1. Noch ist der Aussichtsturm im Ruster Klimawandelgarten nur eine Computergrafik. Foto:  ARCHITEKTURBÜRO FAAS/REPRO: BZ

Jetzt soll Rust also einen dritten Hingucker bekommen. Zu Kirchturm und Leuchtturm des neuen Europa-Park-Hotels Bell Rock wird schon bald ein hölzerner Aussichtsturm mitten im gerade entstehenden Klimawandelgarten gen Himmel ragen. Platziert wird der 20 Meter hohe Turm auf der höchsten Erhebung im Garten gleich beim Naturzentrum. Die höchste Aussichtsplattform wird sich auf 15 Meter befinden und damit einen freien Blick über den Allmendwald nach allen Himmelsrichtungen ermöglichen.

Dieser Wunsch nach freier Aussicht hat nicht nur die Turmhöhe, sondern auch die Kosten für das Projekt – alles in allem rund 270.000 Euro – steigen lassen. "Ursprünglich hatten wir ja einen etwa zwölf Meter hohen Turm geplant, doch dann hätte der Allmendwald das Panorama behindert. Von der 15-Meter-Plattform, auf der einmal eine komplette Schulklasse wird stehen können, ist jetzt freie Sicht in alle Himmelsrichtungen möglich", begründete Bürgermeister Günter Gorecky die enormen Maße des vom Ruster Architekturbüro Faas geplanten Projekts.

Heimische Hölzer werden verbaut

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Der Aussichtsturm wird einmal einem nach oben verjüngenden Dreibein ähneln. Die Säulen sind aus Holz. In der Mitte des Turm soll eine Wendeltreppe über fünf Aussichtsplattformen – eine Konstruktion aus Holz und Stahl – nach oben führen. Die großzügige oberste Aussichtsplattform wird überdacht sein, darüber auf der Turmspitze soll einmal ein Storchenpaar brüten. Die Holzteile der Konstruktion bestehen aus heimischen Douglasien oder Weißtannen und sind nach einem besonderen Verfahren druckimprägniert. Zur Imprägnierung werden die Holzteile eigens zu einer Firma nach Hüfingen verbracht. "Nur dort können Holzteile mit mehr als 20 Metern Länge nach diesem besonderen Verfahren bearbeitet werden", erläuterte Architekt und Gemeinderat Hans Faas (CDU).

Der Turm soll aber nicht nur ein Aussichtsturm mit entsprechenden Hinweistafeln auf der obersten Plattform sein, er werde auch integraler Bestandteil des pädagogischen Konzepts für den Klimawandelgarten werden, betonte Gemeinderat Karl-Heinz Debacher (SPD), zugleich Schulleiter in Rust. Beispielsweise sollen auf den einzelnen Plattformen Windmessungen vorgenommen werden können.

Hans-Dieter Busch (FW) störte sich an den vorgesehenen fünf Plattformen ("Hätte nicht auch eine Aussichtsplattform ganz oben gereicht"), was Bürgermeister Gorecky aber damit begründete, dass die Größe der obersten Plattform in 15 Metern Höhe über Grund Platz für eine ganze Klasse bieten solle und deshalb auf dem Weg nach oben auch entsprechende Zonen für"Begegnungsverkehr" geschaffen werden müssten.

Ewald Scherer (FW) regte an, das Thema Wind im Klimagartenkonzept, für das der Turm stehe, doch mit einem Windrad zur Energiegewinnung noch zu ergänzen. "Dann müssen wir auf das Storchennest verzichten, und das wollen wir eigentlich nicht", entgegnete Christin Fix (CDU). Da der Gemeinderat noch vor der Weihnachtspause durch eine Änderung des Bebauungsplanes für das ehemalige Deponiegelände die Voraussetzung für das Projekt geschaffen hatte – zuvor war nur ein Aussichtspunkt, nicht aber ein Aussichtsturm möglich, – stand der einstimmigen Zustimmung des Gremiums zum Projekt nichts mehr im Wege.

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Autor: Klaus Fischer