Spielfreude sorgt für starke Töne

Marie Wintergerst

Von Marie Wintergerst

Mo, 27. August 2018

Rust

Das Publikum applaudierte stehend beim Abschlusskonzert des Bundes-Blasmusik-Camps junger Musiker in Rust.

RUST. Wenn das gesamte Publikum aufsteht, kräftig klatscht und eine Zugabe fordert, spätestens zu diesem Zeitpunkt steht fest: Das Konzert war ein voller Erfolg. Das war am Samstag Abend in der Rheingießenhalle in Rust der Fall. Dort boten die Musikerinnen und Musiker des Musikcamps 2018 des Bundes Deutscher Blasmusikverbände ein Abschlusskonzert auf hohem Niveau und wurden ihrem eigenen Motto "Starke Töne, toller Sound" mehr als gerecht.

Sieben Tage lang hatten die 212 Teilnehmer des 13. BDB-Musikcamps Zeit, die Stücke des Konzertprogramms zu proben. Die gesamte Woche konnten die jungen Musiker im Alter von 13 bis 27 Jahren ihrer gemeinsamen Leidenschaft, der Musik, nachgehen. Neben der intensiven Probenarbeit standen Workshops und der eine oder andere Nachmittag im Europa-Park auf dem Programm. Die beachtliche Leistung, die die Jugendlichen innerhalb so kurzer Zeit beim Abschlusskonzert ablieferten, überzeugte nicht nur die Zuhörer: "Mir fehlen die Worte. Dieses Konzert war gigantisch und ihr habt etwas Herausragendes geschaffen", sagte der Vizepräsident des BDB-Präsidiums Rainer Gehri zum Abschluss.

Ein Teil der vielen "unbezahlbaren Nachwuchsmusiker", so Gehri, eröffnete den Konzertabend. Zunächst spielte die Woodband, ein Ergebnis aus einem der Workshops. Unter der Leitung von Jakob Scherzinger traten hier die Holzblasinstrumente in den Vordergrund und überzeugten durch eine ausgewogene Klangbalance. Als Gegenstück folgte die Brassband unter Leitung von Martin Baumgartner. Mit groovigen und funkigen Rhythmen begeisterten auch sie die Zuhörer. Bereits nach den Auftritten dieser beiden Ensembles, sparte das Publikum nicht an Applaus.

Anschließend betrat das B-Orchester die Bühne. Neben der Pop-Nummer "Shape of you" von Ed Sheeran oder dem schillerden Konzertmarsch "March for a Festival" von Bruce Pearson, spielten die Musikerinnen und Musiker ihr erklärtes Lieblingsstück: Während des Camps konnten die Teilnehmer der beiden Orchester ihren Favoriten aus dem Konzertprogramm wählen, die Wahl fiel auf "Into the Joy of Spring" des Komponisten James Swearingen. Und auch das anspruchsvollste Stück ihres Repertoires meisterten die Musikerinnen und Musiker unter Leitung von Oliver Grote souverän.

Mit dem Auftritt des A-Orchesters folgten die wohl erfahrendsten Teilnehmer des Camps. Geleitet wurden sie von Mario Bürki. Der erfolgreiche Komponist und Dirigent aus der Schweiz feierte in diesem Jahr sein Debut im Camp. Sein Name war Programm, fünf der sechs Stücke des A-Orchesters stammten von Bürki selbst. Jedes der Werke bediente ein anderes Genre.

In "Mazedonia" brachte das Orchester den Zuhörern mit charakteristischen Rhythmen und schnellen Läufen die traditionelle Musik Mazedoniens näher; das Lieblingsstück namens "Castellum" erzählte vom Leben im alten Rom – jeder Musiker erbrachte hier Höchstleistungen, um das gesamte Dynamikspektrum auszuschöpfen. Nach der Zugabe "E Vogel ohni Flügel", einem schweizer Hit, gab es stehend und anhaltenden Applaus.

Während des gesamten Konzerts war die Spielfreude nicht nur bei den Musikerinnen und Musikern der beiden Orchester und Ensembles zu erkennen, sondern auch bei den vier Dirigenten.