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15. September 2011 08:35 Uhr

Freiburger Oberbürgermeister

Salomon hat Verständnis für Anti-Papst-Proteste

Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon hat nicht vor, sich in innerkirchliche Belange einzumischen. Proteste aus der Bürgerschaft beim Besuch von Papst Benedikt XVI. hält er jedoch für legitim. Ein Interview.

  1. Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon Foto: dpa

Wie bewerten Sie die Visite Papst Benedikt XVI. in Freiburg?
Salomon: Es ist für Freiburg ein besonderes Ereignis, nämlich in fast 900 Jahren Stadtgeschichte der erste Besuch eines Papstes als höchster Repräsentant der weltweit größten Glaubensgemeinschaft. Davor habe ich Respekt, nicht nur vor dem Amt und seinem weltweiten Einfluss, sondern auch vor der Person des Papstes und vor seinem wissenschaftlichen Ruf.

Es gibt Kritik am Papstbesuch, es wird Proteste geben. Können Sie diese verstehen?
Salomon: Dafür habe ich Verständnis. Ich erkenne gern das Engagement der Kirche – auch der evangelischen – als sozialer Träger an. Wir arbeiten gut zusammen, und ohne die Einrichtungen in Trägerschaft der Kirche oder der Caritas wäre unsere soziale Infrastruktur sehr viel ärmer. Andererseits sind viele Positionen der Katholischen Amtskirche, vor allem gegenüber Lesben und Schwulen, zur Gleichstellung von Frauen und Männern oder zum Zölibat, – gelinde gesagt – diskussionswürdig und passen meines Erachtens nicht mehr in die heutige Zeit. Dieser Kritik muss sich die Kirche stellen. Und es ist allein ihre Sache, die Dinge zu ändern.

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Ist der Papstbesuch der richtige Zeitpunkt für solche Kritik?
Salomon: Das Protokoll sieht für mich gerade ein paar Minuten während der Begrüßungszeremonie vor. Dabei werden persönliche Worte gewechselt. Ich werde mich als Oberbürgermeister auch nicht in innerkirchliche Fragen einmischen. Es sind ja Proteste aus der Bürgerschaft angekündigt. Sie müssen in einer offenen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft auch möglich sein, solange sie friedlich bleiben. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt auch bei einem solchen Ereignis.

Was erhoffen Sie sich von dem Papstbesuch?
Salomon: Für viele Gläubige ist die Begegnung mit dem Papst wohl ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis. Ich hoffe daher auf gute und freundliche Erinnerungen bei allen Menschen, die wegen des Besuchs von Papst Benedikt zu Gast in Freiburg sein werden. Und ich hoffe auf eine große mediale Beachtung, die auch etwas von Freiburg vermitteln wird.

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Autor: Jürgen Ruf, dpa