Die Region mit allen Sinnen erleben

Martin Wendel

Von Martin Wendel

Sa, 09. Juni 2018

Sasbach

Veranstalter erwarten rund 10 000 Besucher zu den 6. Kaiserstuhl-Tuniberg-Tagen am 30. Juni und 1. Juli in Sasbach.

SASBACH. Sehen, Schmecken, Erleben – mit diesem Dreiklang präsentieren sich die Gemeinden des "Naturgartens Kaiserstuhl" bei den 6. Kaiserstuhl-Tuniberg-Tagen am 30. Juni und 1. Juli in Sasbach. Am Donnerstag stellten die Gemeinde Sasbach und die Naturgarten Kaiserstuhl GmbH (NGK), das Programm des Kultur- und Genussspektakels mit 42 Stationen im Rathaus vor. Erwartet werden rund 10 000 Besucher. Für die Gemeinde ist die Veranstaltung zugleich ein verspätetes Einweihungsfest für die neu gestaltete Ortsmitte.

Seit September 2017 läuft die intensive Organisationsplanung. Das Ergebnis der vielseitigen Vorbereitungen könne sich sehen lassen, zeigen sich NGK-Geschäftsführer Michael Meier und Sina Schumacher, bei der NGK zuständig fürs Marketing, sowie Bürgermeister Jürgen Scheiding zuversichtlich. Meier: "Man darf sich auf ein schönes Fest freuen."

Das Event
Die Kaiserstuhl-Tuniberg-Tage fanden erstmals 2008 in Endingen statt und bieten seither im zweijährigen Rhythmus den Gesellschaftern der NGK eine Plattform, um sich einer breiten Öffentlichkeit im Rahmen einer genussreichen Großveranstaltung zu präsentieren. Die Naturgarten Kaiserstuhl GmbH wird von 19 Gesellschaftern getragen – 13 Gemeinden vom Kaiserstuhl und Tuniberg, dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, drei Vertretern der Kaiserstühler und Tuniberger Weinwirtschaft, dem Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband (BLHV) sowie der Gastronomievereinigung "Kulinarischer Kaiserstuhl". Erklärtes Ziel ist es, gemeinsam die Region voranzubringen – unter anderem mit der Regionalmarke "Kaiserlich genießen".

Der Regionalmarkt
Kernelement der Veranstaltung ist ein großer Regionalmarkt, der die Vielfalt der Region abbildet: Erzeuger aus Landwirtschaft, Obst- und Weinbau sind dabei, Bäcker, Kleinbrenner (auch mit Schaubrennen), ein Eiskonditor, eine Dorfbrauerei, eine Ölmühle und Gärtnereien. Infostände touristischer Dienstleister, aber auch vom Regio-Verkehrsverbund, der EnBW, dem Nabu und dem Schwarzwaldverein runden den Markt ab.

Das kulinarische Angebot wird vor allem von zwölf Vereinen und Gruppen aus Sasbach geprägt. Er freue sich über die gute Beteiligung, betont Scheiding. Dass Gruppen aus allen drei Ortsteilen dabei sind, wertet er als Indiz für ein Zusammenrücken in der Gesamtgemeinde. Die Bandbreite reiche vom Schnitzel bis hin zum "Badischen Dreierlei" und französischen Spezialitäten, Ausdruck des frankophilen Einschlags von Sasbach als Grenzgemeinde. Bewirtet wird über das offizielle Programmende hinaus am Samstag bis 23 Uhr und am Sonntag bis 20 Uhr.

Der Bürgermeister freut sich über die Veranstaltung in Sasbach – auch als toller Rahmen, um die Sanierung und Neugestaltung der Sasbacher Ortsmitte zu präsentieren. Das Festgelände erstreckt sich genau über dieses Areal vom St. Martinsplatz bis weit in die Habsburgerstraße hinein und geht über die beim Winzerfest übliche "Festmeile" hinaus.

Die Festbühne
Zentrum des Festareals ist der Platz nördlich der Alten Schule. Hier steht die Festbühne, auf der an beiden Tagen ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten wird, moderiert von Manfred Schäfer. Am Samstag findet hier um 15 Uhr die Festeröffnung statt – mit kostenlosem Festwein für alle. Anschließend heißt es bis 20 Uhr "Bühne frei" für Musik, Tanz und Mundart, präsentiert von mehreren Kaiserstühler Vereinen. Auch am Sonntag gibt es von 11 bis 19 Uhr viel Musik, einen Auftritt der Endinger Stadtschauspieler und die Aufführung des Salomonischen Urteils aus Ihringen. Bei der Festbühne werden am Sonntag um 15 Uhr auch die Teilnehmer der 24-Stunden-Benefizwanderung empfangen. Die Breisacher Festspieler und die Burkheimer Nachtwächter ziehen übers Festgelände.

Weitere Schauplätze
Drei Veranstaltungen finden in der St. Martinskirche statt: Die "Litzelberger Kirchenspatzen" führen an beiden Tagen um 16 Uhr ein Kindermusical auf. Am Sonntag um 10 Uhr gibt es einen ökumenischen Gottesdienst.

Der Sasbacher Winzerkeller öffnet am Samstag von 9.30 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr und lädt stündlich zu Kellerführungen ein. Am Sonntag um 15.30 Uhr liest hier Marina Obert aus ihren Gedichtbüchern.

Der Heimat- und Geschichtsverein öffnet seine Ausstellung zum 800. Geburtstag von Rudolf von Habsburg.

Im Gewerbegebiet bei Fahrzeugtechnik Grotz findet an beiden Tagen von 9 bis 18 Uhr ein Jugendkart-Slalom statt.

Weinbergsfahrten starten beim Festgelände und in der Rennergasse gibt es einen Segway-Parcours und E-Bike-Testfahrten.

Wanderungen und Führungen
Rund um Sasbach gibt es mehrere Wanderungen. Am Samstag um 15 Uhr startet bei der Festbühne eine 24-Stunden-Wanderung zugunsten des Vereins "Hilfe für nierenkranke Kinder und Jugendliche". Ebenfalls am Samstag kommen internationale Barfußläufer nach Sasbach und bieten eine einstündige Schnuppertour. Die Kaiserstühler Gästeführer laden am Samstag zu Touren auf dem Kirschbaumpfad, durch die Rheinauen und Weinberge (mit Weinverkostung) und am Sonntag zum Limberg ein. Außerdem bieten sie an beiden Tagen Rundgänge mit "Alamannin Amela". Geöffnet hat auch die Burg Sponeck in Jechtingen.

Anfahrt und Parkplätze
Wer mit dem Öffentlichen Nahverkehr die Kaiserstuhl-Tuniberg-Tage besuchen will, hat es diesmal schwerer als sonst. Der Grund: Auf der Kaiserstuhlbahn-West ruht der Bahnverkehr zwischen Endingen und Breisach wegen der Elektrifizierung. Der seit Anfang Mai laufende Schienenersatzverkehr funktioniere gut, berichtet Scheiding. Parkplätze werden vor allem im Gewerbegebiet im Norden sowie bei der Limburghalle im Süden ausgewiesen. Das reiche aus, ist Scheiding überzeugt und verweist auf die Erfahrungen beim Winzerfest. Zwischen beiden Parkplätzen, dem Winzerkeller und dem Festgelände pendelt das Badenova-Bähnle als kostenloser Zubringer.

Weitere Infos zur Veranstaltung auch unter http://www.kaiserstuhltage.de