Leserbriefe

Edith und Frieder Stoll

Von Edith und Frieder Stoll (March)

Mi, 12. September 2018

Sasbach

BAHNSTEIGBAU IN JECHTINGEN

Wer ist schützenswerter?
Zum Artikel "Erneute Petition gegen Bahnsteigbau" (BZ vom 11. August):

Ein sehr gut recherchierter und informativer Artikel der Badischen Zeitung. Nun stellt sich die Frage, warum die Herren Scheiding und Morgenstern die SWEG so vehement unterstützen. Wenn wirklich Sicherheitsgründe eine Rolle für die Verlegung spielen, fragt man sich, ob zu spät kommende Jugendliche schützenswerter sind als Kindergartenkinder aus dem Oberdorf oder Bahngäste aus dem Südosten von Jechtingen, die nun sowohl mit Rad als auch zu Fuß zweimal das Gleis queren müssen, um gefahrlos zum Bahnsteig zu gelangen.

Warum verweigerte die Gemeinde Sasbach als einzige in der Region die Unterstützung der Betroffenen im Hinblick auf die kommende Elektrifizierung? Gibt es Vorteile, die uns nicht bekannt sind?

Wenn Herrn Scheiding und dem Ortsvorsteher von Jechtingen das Allgemeinwohl und die Kindersicherheit am Herzen läge, gäbe es tatsächlich einige Baustellen, um aktiv zu werden: Der längst überfällige Radweg zwischen Sasbach und Jechtingen, Geschwindigkeitsbegrenzung in der Hauptstraße, mehr Spielstraßen statt Umwandlung einer solchen zum Bahnsteig; Sporthalle, Bürgerhaus und Jugendtreff statt Casino et cetera.

Wenn trotz der Sicherheitsbedenken der Polizei der Gemeinderat nach wie vor hinter Herrn Scheiding und dem Wunsch nach Verlegung steht, liegt die Vermutung nahe, dass nicht der Sicherheitsgedanke, sondern eventuell wirtschaftliche Interessen wie Geldeinnahme durch Verkauf der Kirchgasse an die SWEG oder die Unterstützung von geplanten Projekten auf dem ehemaligen SWEG-Gelände eine tragende Rolle spielen könnten.

Edith und Frieder Stoll, March