Staffelung bei Stellplätzen

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Fr, 06. Juli 2018

Sasbach

Sasbacher Gemeinderat beschließt Bebauungsplan "Löchleäcker/Sponeckstraße".

SASBACH. Der Bebauungsplan "Löchleäcker/Sponeckstraße" geht weitgehend so in die Offenlage, wie dies der Gemeinderat im Juni beschlossen hat. Allerdings wird das Muss an Stellplätzen geändert. Der Ortschaftsrat Jechtingen hat erneut zwei Stellplätze pro Wohnung gefordert, auch für die Mehrfamilienhäuser. Man einigte sich im Gemeinderat auf eine Staffelung. Bis 60 Quadratmeter Wohnfläche sind nun eineinhalb Stellplätze vorgeschrieben, bis 130 sind es zwei und darüber müssen drei auf dem Grundstück untergebracht werden.

Bürgermeister Jürgen Scheiding wandte sich in der öffentlichen Sitzung am Mittwochabend gegen die Forderungen des Ortschaftsrates. Er kritisierte erneut, dass im Ortschaftsrat mit Forderungen wie der Reduzierung der Geschosszahl für eines der beiden noch verbliebenen Mehrfamilienhäuser, seit zwei Jahren bekannte Regeln im Bebauungsplan wieder in Frage gestellt werden. Hätte der Gemeinderat damals bereits vom Widerstand gegen eine verdichtete Bebauung in Jechtingen gewusst, hätte man das Baugebiet halb so groß konzeptioniert und den nötigen Wohnraum in Sasbach schaffen können. Es stehe dem Ortschaftsrat zu, in zwei Jahren klüger zu werden, erwiderte Ortsvorsteher Reinhard Morgenstern. Weniger Geschosse machten die Wohnungen teurer und ebenso mehr Stellplätze nötig, begründete Scheiding, warum er die Forderungen ablehne.

Den im Dorf offenbar kursierenden Verdächtigungen, Jechtingen müsse für den Wohnraumbedarf oder den Bedarf für Flüchtlingsunterkünfte der ganzen Gemeinde herhalten, hielt Scheiding entgegen, dass für das nächste Baugebiet in Sasbach die gleichen Regeln gelten werden. Auch der Ortschaftsrat habe die Gerüchte im Dorf bekämpft, so Morgenstern. Der Ortschaftsrat sei zufrieden, dass das bisherige Konzept modifiziert wurde, denke aber immer noch, dass die Verdichtung zu weit getrieben werde, so Morgenstern.

Bernhard Seeberger, Petra Timm und auch Scheiding verwiesen auf den Wandel in der Mobilität und den kommenden Halbstundentakt der Kaiserstuhlbahn, was in der Zukunft die Angst des Ortschaftsrates vor drei Autos pro Wohnung gegenstandslos machen werde. Der Gemeinderat plane hier für die Zukunft. Jechtingen liege im Einzugsbereich einer wachsenden Großstadt, meinte Timm. "Es wäre rückwärtsgewandt und mutlos, wenn vor jeder kleinsten Hütte zwei Stellplätze gefordert werden", meinte Timm. Morgenstern wollte nicht an den Effekt von weniger Autos pro Wohnung glauben. Die Vorstellungen des Ortschaftsrates seien nur konsequent umzusetzen, wenn nach Größe der Wohnung Stellplätze ausgewiesen müssten und eben jene Wohnungen mit dem größten Potenzial von drei Autos auch drei Stellplätze brauchten, meinte Scheiding. Sonst würde der befürchtete Bedarf an Stellplätzen zu Lasten der kleinen Wohnungen geschaffen. Die Staffelung wurde dann auch beschlossen.

Die sonstigen Änderungen am früheren Plan blieben bestehen: Anstelle des Mehrfamilienhauses an der Nordgrenze der jetzigen Bebauung werden fünf Reihenhäuser möglich sein. Westlich des Drescheschopfs sind zwei Blöcke mit je fünf Reihenhäusern vorgesehen.