Ortsteil Leiselheim

Wohnhaus in Sasbach ausgebrannt – Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Di, 15. Januar 2019 um 08:43 Uhr

Sasbach

Ein Wohnhausbrand in Leiselheim sorgte am Montagabend für einen Großeinsatz der Feuerwehr. 94 Feuerwehrmänner kämpften gegen die Flammen. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Um 21.10 Uhr am Montagabend wurde die Feuerwehr alarmiert. In Sasbach-Leiselheim brannte ein Wohnhaus. Es stand beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bereits voll in Brand. Trotz des raschen Eingreifens der Feuerwehr konnte laut einer Polizeimeldung nicht verhindert werden, dass das Haus vermutlich völlig zerstört wurde. Von einem hohen Sachschaden sei auszugehen.

Am Dienstagmorgen teilte die Polizei mit, dass Einsatzkräfte noch während der Brandbekämpfung den 30-jährigen Sohnes der Hauseigentümer hinter dem Haus tot aufgefunden hätten. Nach den bisherigen Ermittlungen des Kriminalkommissariats Emmendingen stehe der 30-Jährige im dringenden Verdacht, das Haus vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben. Seinen Tod betreffend, so die Polizei, ist nach aktuellen Erkenntnissen Fremdverschulden oder ein Unfall auszuschließen.
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Am Montagabend war die Feuerwehrabteilung Leiselheim binnen weniger Minuten vor Ort. Unter Einsatzleitung von Abteilungskommandant Matthias Schott baute sie eine Schlauchleitung zum nächsten Hydranten auf und begann den Löschangriff – und versuchte herauszufinden, ob sich noch Personen im Gebäude befinden. Auch die Abteilungen Sasbach und Jechtingen waren im Einsatz.

Einsatz unter Atemschutz

Auch Bürgermeister Jürgen Scheiding eilte zum Einsatzort. Die enge Bebauung im Ortskern machte es den Einsatzkräften schwer, das Feuer zu bekämpfen. Über Steckleitern stiegen Feuerwehrleute unter Absicherung auf die Nachbardächer und bekämpften das Feuer – später auch per Drehleiter und unter Atemschutz. Dafür wurde die Stützpunktwehr Endingen nachalarmiert. Glück dabei: Die Endinger hatten Übungsabend, waren ohnehin schon im Feuerwehrhaus.

Ein in der Einfahrt zum Brandort abgestelltes Auto musste mittels Traktor weggeschleppt werden, damit das Drehleiterfahrzeug in Position gebracht werden konnte.

Ein Feuerwehrmann verletzt

Trotz des Großaufgebots der Feuerwehren Endingen und Sasbach richtete das Feuer beträchtlichen Sachschaden an. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Ein Übergreifen der Flammen auf die direkt angrenzenden Wohnhäuser konnte die Feuerwehr verhindern.

Ein Feuerwehrmann aus Endingen wurde durch ein vom Dach herabfallendes Ziegelstück verletzt und musste ins Krankenhaus nach Emmendingen gebracht werden. Er konnte laut Polizei aber noch am Abend wieder entlassen werden.

Um 22.50 Uhr war der Hauptlöscheinsatz beendet. Von der Drehleiter aus wurde das Ziegeldach aufgeschlagen und Glutnester abgelöscht. Die Feuerwehr Sasbach übernahm die Brandwache.

Die Kriminalpolizei ermittelt

Kreisbrandmeister Leiberich lobt die Einsatzkräfte: Sie hätten beherzt und massiv den Brand angegangen, vor allem Sasbach habe alles richtig gemacht. Sein Fazit: "Alle haben großartige Arbeit geleistet". Insgesamt waren 94 Feuerwehrmänner mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, außerdem das DRK aus Leiselheim, Jechtingen und Wyhl mit 22 Helfern unter Einsatzleitung von Marc Helde und Stefan Pfitzer. Vor Ort waren auch ein Notarztfahrzeug aus Breisach, ein Rettungswagen, die Notfallseelsorge Emmendingen und die Polizei.

Die Kriminalpolizei ermittelt zur Brandursache und will im Lauf des Dienstags nähere Erkenntnisse bekanntgeben.