Zukunftspläne

SC-Frauen könnten bald im Schwarzwaldstadion kicken

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 18. Januar 2019 um 18:40 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg will das Schwarzwaldstadion nach dem Umzug in die neue Arena weiter nutzen – es könnte zur neuen Heimat für das Bundesligateam der SC-Frauen werden, so Vorstand Oliver Leki.

Der SC Freiburg baut in seiner Planung weiter darauf, dass der Ball in 18 Monaten mit Beginn der Saison 2020/21 in der neuen Arena im Wolfswinkel rollen kann. Das Schwarzwaldstadion würde der Verein gern auch nach dem Umzug weiternutzen – als Heimat für das SC-Frauenteam und die Mädchenmannschaften, wie Vorstand Oliver Leki am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Sportclubs im Oldtimermuseum Volante in Kirchzarten ankündigte.

Rund 460 geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft waren gekommen – darunter die SC-Sponsoren. Sie bekamen als ein Höhepunkt des Abends eine Videoanimation gezeigt, wie der neue, sich über drei Stockwerke erstreckende VIP-Bereich mit Themenbereichen wie Freiburg und Schwarzwald aussehen wird. Die neue Arena eröffnet dem SC auch in Sachen Hospitality neue Möglichkeiten. Künftig wird es 2000 Businessplätze geben – heute sind es 800 weniger. "Es ist noch Potenzial da", meinte Leki, auch mit Blick auf das französische und schweizerische Grenzgebiet, das er explizit erwähnte.

Das neue Stadion, dessen Bau am Flugplatz nun begonnen hat, war das Hauptthema des Abends bei Deutschlands beliebtestem Fußballclub. So hatte Sportjournalist Tom Bartels, sympathischer und kompetenter Moderator des Abends, aus einer Studie der TU Braunschweig zitiert. "Wir wollen viel von der Atmosphäre des Schwarzwaldstadions in die neue Arena mitnehmen", hatte SC-Vorstand Oliver Leki im Dialog auf der Bühne mit Baubürgermeister Martin Haag noch einmal bekräftigt. Stadt und SC hoffen, dass der Zeitplan hält, auch wenn es mittlerweile keinen Puffer mehr gebe. Noch ist es allerdings möglich, dass der Bau durch Gerichte gestoppt wird: "Unsere Abwehr hält bis jetzt, die Null steht", meinte der Baubürgermeister zum aktuellen Zwischenstand.

"Wir leben in der Bedenkenträgergesellschaft, wo alle immer gegen etwas sind." Fritz Keller
Nach mehr als zehn Jahre währendem Vorlauf wird nun also tatsächlich gebaut – Präsident Fritz Keller wollte deswegen für den Verein ein Festjahr ausrufen. Er dankte dem an dem Abend anwesenden früheren OB Dieter Salomon für die langjährige Unterstützung. Auch Fans und Sponsoren seien in der Stadionfrage "wie eine Eins" hinter dem SC gestanden, trotz des vielen Gegenwindes. "Wir leben in der Bedenkenträgergesellschaft, wo alle immer gegen etwas sind", meinte er.

Eine Zukunft für das Schwarzwaldstadion

Was mit dem Schwarzwaldstadion nach dem Auszug der SC-Profiabteilung passiere, wird sich laut Vorstand Leki in den kommenden Monaten entscheiden. Der SC würde in der Arena gern dem Bundesligateam der SC-Frauen und den Mädchenteams eine neue Heimat bieten . Der Frauenfußball sei ein wichtiger Teil des Vereins, so Leki. Möglich sei auch, dass an diesem Standort die Trainer- und Schiedsrichterausbildung des südbadischen Fußballverbandes angesiedelt wird.

Unterhaltsam und informativ, weil frei von den sonst üblichen Floskeln geriet die folgende Talkrunde von Tom Bartels mit Sportdirektor Klemens Hartenbach, dem neuen Verbindungstrainer, Ex-Kapitän Julian Schuster und SC-Trainer Christian Streich. Es ging um Geschwindigkeit (vor allem auch um die von Streich und Schuster), Transfers, junge Spieler, um die bisweilen brutale Härte des Trainerlebens und natürlich auch um die Chancen des SC in der Rückrunde. 21 Punkte liegen bereits auf dem Konto. Und die Zuversicht bei allen ist groß, dass im übernächsten Sommer der Anstoß 2020 im Freiburger Westen vom SC als Erstligist erfolgen kann. Tom Bartels jedenfalls hatte viel Spaß am Gespräch und seinen Gesprächspartnern: "Ich könnte noch stundenlang zuhören", meinte er zum Abschluss.

Es gab noch Akrobatik vom ukrainischen Trio Bellisimo, das im Europa-Park gastiert, ein Menü aus der Mangusto-Küche und nach dem Dessert die passende Musik von DJ Rainer Trüby.