Trauer

Achim Stocker – eine Chronologie

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mo, 02. November 2009 um 16:11 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg hat seine Vaterfigur verloren: Achim Stocker ist tot. Der Präsident des Sportclubs erlag den Folgen eines Herzinfarkts. Eine Chronologie.

1960: Weil der Freiburger FC das Fußballtalent seines Freundes als zu gering einschätzt, spielt Achim Stocker, der Jurastudent aus Konstanz, in der ersten Mannschaft des SC Freiburg. Am Ende der Saison steht Platz zwölf in der Amateurliga.

1970: Achim Stocker wird 3. Vorsitzender des SC Freiburg.

1972: Achim Stocker wird zum 1. Vorsitzenden gewählt – in Abwesenheit. Ohne sein Wissen hat ihn Helmut Köbele auf der Generalversammlung des Vereins vorgeschlagen. Dennoch stellt sich Stocker der Herausforderung, aus der ein Lebenswerk wird.

1978: Stocker und der SC erreichen ein erstes großes Ziel: den Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga.

1981: Mit dem siebten Platz in der zweiten Liga Süd qualifiziert sich der Sportclub für die neue eingleisige Zweite Bundesliga. Es folgen schwierige Jahre für Stocker. "Ich war der Bettelkönig Südbadens", sagt er in Erninnerung an geringes Zuschaueraufkommen und Etatlücken.

1991: Achim Stocker verpflichtet Volker Finke als neuen Cheftrainer des SC Freiburg. "Ich habe meine Kompetenzen an der Garderobe abgegeben", wird er später sagen. Stocker agiert klug, lässt den "Macher" Finke wirken. Mit Erfolg.

1993: Der Sportclub steigt als Meister in die erste Fußball-Bundesliga auf. Stocker sagt: "Ich war schon immer Pessimist. An einen Aufstieg habe ich nie und nimmer gedacht. Meine ganzen Gedanken kreisten immer nur um die Frage: Wie können wir einen Abstieg vermeiden?"

1995: Der SC wird sensationell Bundesliga-Dritter und qualifiziert sich erstmals für den UEFA-Cup. Dort kommt das Aus in Runde eins gegen Slavia Prag.

1997: Der erste Abstieg kann Achim Stocker nicht überraschen. Er leidet, hält aber an Trainer Finke fest.

1998: Dem Sportclub gelingt der direkte Wiederaufstieg. Stocker verpflichtet Andreas Rettig als Manager und nimmt sich beim operativen Geschäft weiter zurück.

2001: Platz sechs in der Bundesliga bescheren Freiburg die zweite UEFA-Cup-Teilnahme. Nach Erfolgen gegen Matador Puchov und den FC St. Gallen kommt das Aus diesmal erst in Runde drei – gegen Feyenoord Rotterdam. Der Umbau des Möslestadions zur Freiburger Fußballschule wird abgeschlossen.

2002: Der zweite Abstieg. Stocker steht weiter zu Finke.

2003: Und wieder geht’s direkt zurück in Liga eins.

2004: Der SC Freiburg wird 100 Jahre alt. Es entsteht der Förderverein Freiburger Fußballschule.

2005: Im Januar rufen Stadt und Verein die Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule ins Leben. Dann kommt Abstieg Nummer drei. Stocker macht zunächst mit Finke weiter.

2006/2007: Kurz vor der Winterpause dieser Saison entscheiden Stocker und seine Vorstandskollegen, sich im kommenden Sommer nach 16 Jahren von Trainer Volker Finke zu trennen. Es ist die Angst vor dem sportlichen Absturz, durch die sich letztlich auch Stocker zu diesem Schritt gezwungen sieht. "Die Angst war riesig", verrät Stocker später.

2007: Achim Stocker verlässt sich einmal mehr auf sein Bauchgefühl und verpflichtet Robin Dutt als neuen SC-Trainer – und liegt einmal mehr richtig.